Ängste vor Transparenz?

Die Weltwirtschaft steckt in einer kritischen Phase. Bis Jahresende sollen alle Staaten zusammen rund 54 Billionen USD Schulden aufgetürmt haben. Die Zukunft des Euroraums ist ungewiss, selbst unter einem Rettungsschirm von 780 Mrd. Euro. Das Vertrauen in Länder und Banken schwindet, Börsenkurse sinken. Märkte, Unternehmen und Mitarbeiter sind verunsichert. Im BusinessBarometer von Meeting Professionals International äußern Planer ihre Sorge über die Schuldenkrise in Europa und den USA. Schließlich strich nicht nur SAP in der letzten Finanzkrise über Nacht alle externen Meetings.
Der Einkauf hat Veranstaltungen längst im Auge. Beim BME-Symposium weckt der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik mit einem Morning Special auf: „MICE-Einkauf – Black Box mit viel Einsparpotenzial“. Das Event-Geschäft geht in Richtung Einkauf, beobachtet Steffen Donner. Für den Head of Procurement Travel/Event bei Roche Diagnostics ist das Kostenbewusstsein der „Trigger“. Er ist einer der wenigen, der offen spricht.
Ein Konferenzverantwortlicher antwortet auf die Frage nach Kennzahlen: „Alle wollen sie, doch kaum einer packt sie an. Wer kennt überhaupt die Kosten seiner Kongresse?“ Da die meisten Firmen ihre Veranstaltungen dezentral organisieren, scheuen sie neben dem Aufwand, sämtliche Daten aus den Fachabteilungen zusammenzutragen, die Konflikte mit Kollegen.
Erschwerend sind Ängste vor Transparenz spürbar, doch gerade ihr Fehlen macht Tagungsplaner angreifbar. Das hat der Verband Deutsches Reisemanagement erkannt und den Fachausschuss „Kennzahlen für Veranstaltungen“ formiert. Statt auf die Erholung der Weltwirtschaft zu hoffen, sollten Meetingmanager ihren Controllern zuvorkommen und selbst Kennzahlen erarbeiten.





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