Interview: "Wenn man mit einer Regierung arbeitet, muss man ihre Abläufe verstehen"
09.03.11John Katsoudas war Accout-Manager beim 40. Nationaltag des arabischen Sultanats Oman. Avantgarde Middle East konzipierte das Event, Katsoudas koordinierte 90 Produktionsberater und 120 Zulieferfirmen aus aller Welt. Eine Eventfläche von insgesamt 10.200 qm baute Avantgarde für Proben und Show auf. 24.000 Kostüme wurden genäht, 47.900 Requisiten gebaut.
Avantgarde hat den 40. Nationalfeiertag Omans mit über 90 Produktionsberatern und 120 Lieferanten aus aller Welt ausgerichtet. Aus welchen Ländern kamen sie?
Die Hauptlieferanten stammten aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, den USA, Australien, Dubai und dem Oman. Jedoch waren noch 23 andere Nationen in den Teams vertreten, darunter Inder, Belgier, Ägypter, Griechen, Jordanier, Neuseeländer und Polen.
Was waren Ihre größten Herausforderungen für die Logistik und Mobilität?
Hinsichtlich der Logistik würde ich sagen, dass die Komplexität einer Veranstaltung dieser Größenordnung immer eine Herausforderung ist. Man muss bedenken, dass Lieferanten im Oman nicht darauf eingestellt sind, viel technischen Support für solche Mega-Events zu bieten. Ganz einfach deswegen, weil diese nicht so häufig vorkommen. Aus diesem Grund wird viel Outsourcing betrieben. Trotzdem bemühen wir uns sehr, so weit wie möglich mit lokalen Anbietern zu arbeiten. Wir haben drei Monate vorher begonnen, allein schon die Technik aufzubauen. In dieser Zeit wurden über 500 Tonnen an Ausrüstung zu Luft, Wasser und Land transportiert. Angesichts des Umfangs an Ausrüstung, die durch den Zoll musste, entwickelten wir in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Behörden ein Verfahren, mit dem alle Lieferungen direkt im Stadion abgefertigt wurden, um Zeit zu sparen und Verzögerungen zu vermeiden.
Was haben Sie daraus gelernt?
Wenn man mit einer Regierung arbeitet, muss man ihre Abläufe verstehen, um sich darauf einzustellen, dass sie ganz andere Vorstellungen hat.
Avantgarde reist nicht nur wegen Kunden aus Oman um die Welt. Wie können Sie sicherstellen, dass Menschen und Materialien rechtzeitig eintreffen?
Das lässt sich nur durch präzise Planung zu einem sehr frühen Zeitpunkt gewährleisten. Die richtigen Strukturen müssen vorhanden sein, so dass man, wenn etwas schief läuft, schnell eingreifen kann. Man muss immer daran denken, dass das Verpassen einer Deadline eine Kettenreaktion für Organisation und Planung hervorrufen kann. Insbesondere wenn man viele Komponenten in verschiedene Länder liefert, muss man mit Profis arbeiten. Wir haben für das Event im Oman mit EFM Worldwide kooperiert. Sie verstehen genau, worauf es hier ankommt.
Fühlen Sie sich zunehmend unter Druck, Arbeitskräfte und Equipment um die Welt bewegen zu müssen?
Ehrlich gesagt fühlen wir uns nicht so sehr unter Druck bei der Betreuung dieser Aspekte, da sie uns schon in Fleisch und Blut übergegangen sind. Es ist einfach eine Frage der guten Kommunikation. Oft müssen die Kunden vorsichtig geführt werden, um zu verstehen, wie Verzögerungen im Ablauf die Lieferkette beeinflussen.




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