Kontraste für Kreative

Frankfurt nicht München holt 10.000 Fachleute zum ADC-Gipfel. Die Werber bespielen die außergewöhnlichsten Locations des Frankfurt Convention Bureaus.
Inspiration. „Im Schatten der Bankentürme blüht mehr Kultur und Subkultur als viele denken. Ein kreativer Humus für interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein idealer Festivalort“, schwärmen Claus Fischer und Dr. Stephan Vogel, Vorstände des Art Directors Club (ADC), über ihre Stadt. Sie waren es auch, die sich für Frankfurt als Austragungsort des Jahresgipfels ihres Vereins stark gemacht haben, der sich in letzter Instanz gegen München durchgesetzt hat. „Wir wollen gute Leute in die Stadt holen“, nennt Fischer seine Motivation. „Andere Städte sind attraktiver“, hört er immer wieder. Doch das sieht der seit 15 Jahren in Frankfurt lebende Schwabe anders.
Dass die Stadt am Main mehr zu bieten hat, als nur Banken und Business, zeigt ein Stadtrundgang mit Jutta Weisbrod vom neuen Frankfurt Convention Bureau. „Tagsüber sind wir eine Millionenstadt“, berichtet die Leiterin des Kongressbüros. Abends sind die knapp 670.000 Einwohner wieder unter sich. Außer es ist eine der großen Messen, wie die Buchmesse oder alle zwei Jahre die Internationale Automobilausstellung (IAA) auf dem drittgrößten Ausstellungsgelände der Welt, der Messe Frankfurt, zu Gast.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum 256 m hohen Messeturm, verbunden mit dem Maritim Hotel, befindet sich das Congress Center. Hinter der runden Glasfassade verbirgt sich der multifunktionale Saal Harmonie, der Raum für 2.200 Gäste hat. Über die Bühne besteht eine direkte Verbindung in die dahinterliegende Halle 5 der Messe Frankfurt. Das Forum nebenan, ein ellipsenförmiger Glasbau, beherbergt zwei Tageslichträume für je 2.000 Personen mit rund 2.300 qm. Daran grenzt die Festhalle. Das historische Gebäude im Osten des Messegeländes bietet Platz für Kongresse, Events oder Galadinner mit bis zu 13.500 Personen.
„Das Schöne ist, dass alles zu Fuß zu erreichen ist“, sagt Jutta Weisbrod. In 25 Minuten sei man in der Innenstadt von einem zu anderen Ende gelaufen. Die Stadt am Main ist eine überschaubare Kleinstadt mit Großstadt-flair. Auf der einen Seite steht die Skyline, deren Wolkenkratzer zu den höchsten Gebäuden Europas gehören, darunter die Commerzbank mit 299 m. Gegenüber liegt das traditionelle Alt Sachenhausen. Hier werden in „Ebbelwoi“-Kneipen Rippchen mit Kraut serviert, aber auch außergewöhnliche Kreationen wie Pommsecco, eine Mischung aus Apfelwein und Prosecco. Frankfurt ist eine Sportstadt, die nicht nur mit Eintracht Frankfurt in der ersten Liga spielt. Heimspiel hat auch die Kunst in etwa 50 Museen.
Außerdem ist Frankfurt die Werbehauptstadt der Republik. Die Kreativen am Main entwickeln hier einen Großteil der Slogans, die täglich in der Werbung zu sehen sind. Frankfurter Agenturen betreuen Etats von über sieben Milliarden Euro im Jahr, doch laut ADC-Vorstand Claus Fischer ist die Stadt dennoch nicht die beliebteste in der Branche, denn „Frankfurt ist nicht Berlin“, bekommt er immer wieder zu hören. Nein, denn es liegt günstiger: „Frankfurt hat wohl auch gewonnen, weil es eine Stadt ist, die sehr zentral liegt“, unterstreicht Fischer. Denn gut 54 Mio. Fluggäste starten und landen jährlich am Frankfurter Flughafen, der Hauptbahnhof zählt etwa 350.000 Passagiere täglich.
Innerhalb der früheren Stadtmauern liegt die Alte Oper, die sich nicht nur durch ihren Großen Saal einen Namen gemacht hat. Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und in den 80er Jahren wiedereröffnet. Der große holzgetäfelte Saal mit knapp 1.100 qm fasst 2.434 Personen, der kleinere Mozartsaal 700 Personen. Sechs weitere Räume eignen sich für Firmenpräsentationen oder Unternehmensfeiern.
Eine Kirche, die als Veranstaltungsraum genutzt wird, ist Sankt Peter.
Unauffällig befindet sich das Gotteshaus wenige Gehminuten von der Haupteinkaufsstraße Zeil. „Von außen sieht sie ganz normal aus“, sagt Kulturmanagerin Valeska Falkenstein geheimnisvoll. Von Altar und Kirchenbänken ist im Inneren jedoch keine Spur: Das Kirchenschiff ist ein hoher, weißgestrichener Raum mit einer Projektionswand an der linken Seite, der bis zu 900 Besucher fasst. Tageslicht fällt durch die alten Kirchenfenster herein. Von der Decke herab hängt Lichtgestänge und Tontechnik. „Wir vermieten den Veranstaltungsraum an Firmen und Institutionen, die hier Feiern und Empfänge machen können.“
Zentral tagen können Gruppen in den Mainarcaden der Stadtwerke Frankfurt. Tagsüber als Betriebskantine der Stadt genutzt, bietet die Halle unweit der Konstablerwache auf 1.300 qm Platz für Versammlungen und Events für bis zu 800 Personen. In der gläsernen Halle hängen drei überdimensionierte Lampions von der Decke, die in allen Firmenfarben den Raum erleuchten können.
Top Locations für Empfänge und Events bieten auch die zahlreichen Museen in Frankfurt. Schirn und Städel bieten beispielsweise Abendveranstaltungen wie Empfänge in ihren Kunsthallen an. Das Thema optische Täuschung beherbergt das Explora-Museum am Glauburgplatz. Im ehemalige Luftschutzbunker aus dem zweiten Weltkrieg hat sich Gerhard Stief einen Kindheitstraum erfüllt und ein Museum eingerichtet. Keine optische Täuschung ist der „Event-Kubus“, der vor fünf Jahren auf die oberste Etage gesetzt wurde. Dort ist eine Fläche zum Tagen, Präsentieren und Feiern auf 200 qm entstanden. Die Dachterrasse lädt für Empfänge mit Blick auf die Skyline Frankfurts ein. Tagungsgäste können die Vielfalt des Museums kennen lernen – und das ohne Ablenkung: „In der zweiten und dritten Ebene ist kein Handy-Empfang“, verrät Christian Weghmann, Projektleiter bei NOI! Neumann’s Event & Catering Agentur, die das Museum vermarktet.
Vom 12. bis 16. Mai schalten auch die Teilnehmer des ADC-Festivals die Handys aus. Ziel des Gipfels ist es, 10.000 Mitglieder nach Frankfurt zu locken. „Ich rechne mit mehr“, prognostiziert Claus Fischer, „weil es nach zehn Jahren nicht mehr Berlin ist. Bei dem Gipfel wird die ganze Stadt bespielt – vom Kongresscenter bis zu außergewöhnlichen Orten von Kunst, Kultur und Szene. Die Mitglieder wollen sich das ansehen. Auch, weil es Frankfurt niemand zutraut. Wir wollen die Stadt anders zeigen und damit Begeisterung auslösen.
www.frankfurt-tourismus.de
www.adc.de
www.alteoper.de



Zu den Fotogalerien!
Angebote...