Der Preis der Sicherheit

Zur WM kämpft Südafrika mit 30.000 Polizisten gegen Gewalt und sein Image als gefährliches Land. In Kolumbien wachen 1.500 Sicherheitskräfte über das World Economic Forum on Latin America 2010 in Cartagena. Noch vor zehn Jahren wäre das undenkbar gewesen. Doch Präsident Álvaro Uribes Politik kriegt langsam Drogen, Terror und Kriminalität in den Griff. „Im Falle der Sicherheitsbedenken in Kolumbien, wie in vielen anderen Situationen auf der ganzen Welt, hinkt in der Regel die Wahrnehmung der Realität hinterher“, befindet Klaus Schwab. Für sein Weltwirtschaftsforum gelten höchste Sicherheitsstandards – ob in Davos, Doha, New Delhi oder eben Cartagena.
Selbst zur Münchner Sicherheitskonferenz stehen 3.700 Polizisten in Alarmbereitschaft. Robert von Bennigsen warnt: „Wir sind in Europa und Deutschland nach wie vor im Visier der internationalen Terrorszene.“ Der Versicherer arbeitet am EU-Projekt „Integrated Mobile Security Kit“ mit, das militärische Systeme zum Terrorschutz für zivile Zwecke wie Großveranstaltungen anpasst.
Je nach Gefahrenlage kann Sicherheit für Veranstalter und Gastgeber teuer werden – zu teuer. So wie für Gavin O’Reilly. Zu seinem „großen Bedauern“ muss der Präsident des Weltverbands der Zeitungen kurzfristig den 63. World Newspaper Congress vom 7. bis 10. Juni 2010 in Beirut absagen. Ohne die Libanesen, die wegen der Wirtschaftskrise ihre finanziellen Zusagen nicht halten können, ist es „schlichtweg unmöglich“ die Sicherheits- und Veranstaltungskosten von 1,6 Mio. Euro aufzubringen. Das ist mehr als eine schlechte Nachricht, denn die Blattmacher hätten ein offenes Land in Obacht erlebt und fortan anders berichtet. Konferenzen können unsere Wahrnehmung verändern – so wie das World Economic Forum on Latin America meine.



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