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25.04.2017
07:45

Malaria-Tag auf dem ECCMID Kongress in Wien

Foto: ECCMID

Am 25. April ist Malaria-Tag. Am selben Tag endet in der Messe Wien der 27. European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID), bei dem seit 22. April rund 10.000 Spezialisten und Mediziner aus der ganzen Welt zusammentreffen. Seit 2007 ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 25. April alle Nationen auf, lebensrettende Medikamente besser zugänglich zu machen. Rund 212 Millionen Menschen erkranken jährlich an Malaria, 430.000 sterben daran. Vor allem Zentralafrika, Regionen in Indien und Teile Südostasiens sind massiv von Malaria betroffen.

Malariaerkrankungen konnten seit 2000 um 41% reduziert werden. Das bedeutet umgerechnet, dass die medizinischen Errungenschaften seit der Jahrtausendwende 663 Millionen Malariaerkrankungen verhindert und 6,8 Millionen Menschen vor dem sicheren Tod bewahren konnten. 17 Ländern war es möglich, Malaria gänzlich auszulöschen, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Argentinien und viele andere. "Dennoch gibt es noch viel zu tun", sagte Professor Sir Nicholas White von der Universität Oxford in seiner Keynote auf dem ECCMID. Die größten Gefahren seien heute Pyrethroid Resistenzen und ein erkennbarer Rückgang der Wirksamkeit verabreichter Malariapräparate in Südostasien, vor allem in der westlichen Grenzregion von Myanmar zu Thailand und in Vietnam. "Zwar gehört die Region zu den weniger von Malaria betroffenen Gebieten, Gefahr geht aber von der Verbreitung durch Reisende aus Südostasien nach Afrika aus." Große Hoffnung setzt der Wissenschaftler auf die Impfung RTS,S-AS01. Sie sei eine der vielversprechendsten, wird aber erst in ein paar Jahren international am Markt sein. "Alle derzeit verfügbaren Wirkstoffe sind alt, keiner ist wirklich neu. Wir sind noch weit von wirklich neuen und wirksameren Medikamenten entfernt, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten. Und obwohl viel in der Forschung getan wird, sehe ich die nächsten fünf Jahre, ehe moderne Impfungen erhältlich sein werden, als kritisch."

Um der Gefahr aus Südostasien entgegenzuwirken, führte ein Team um Nicholas White eine zwar kontroverse, aber effektive Behandlungsmethode durch: die Impfung aller Menschen im Grenzland Myanmar und Thailand. Die Region ist vor allem zur Regenzeit schwer bis gar nicht zugänglich. Dennoch konnte das Team erreichen, dass es in den rund 1.000 Dörfern nur mehr einen an Malaria erkrankten Patienten gab. "Malaria kann nur eliminiert werden, wenn Gesundheitssysteme und Malaria-Kontrollprogramme mit nationaler und internationaler Unterstützung gestärkt werden", erklärt Nicholas White im Rahmen des ECCMID 2017.

www.eccmid.org

www.messecongress.at

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