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17.04.2013
16:18

Leserfeedback auf unseren Newsletter vom 17. April

In unserem letzten Newsletter ging es um die Frage, ob es immer schwieriger wird, ehrenamtliche Tätigkeiten auszuüben. Hierzu haben wir einen interessanten Leserbrief erhalten:

Claus Bühnert, Kongressentiell, Neulingen

 

Lieber Herr Funk,

in der Frage, ob die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit abnimmt, muss man differenzieren. Zum einen geht es buchstäblich um die Ehre, ein Amt zu übernehmen, zum anderen geht es um Arbeit. Nicht fehlende Kandidaten für Ämter sind das Problem, sondern schwindende oder stagnierende Mitgliederzahlen, hauptsächlich bei den traditionellen Gruppierungen und meist begleitet von Überalterung sowie ausgeprägter Passivität vieler Mitglieder. Und wenn, dann tun sich vor allem die lokalen und regionalen Ebenen der Gruppierungen schwer. Die übergeordneten Gremien haben dagegen wegen des „Verdichtungseffekts“ und der Anziehungskraft der Spitzenämter selten Kandidaten- oder Nachwuchsmangel.

Unterscheiden muss man auch, ob ehrenamtliches Engagement einem Allgemeininteresse dient oder dem Eigeninteresse, was Berufs- und Wirtschaftsverbände oder Gewerkschaften auszeichnet. Sorgen müssen wir uns nicht um letztere, sehen wir mal ab von bizarren Formen des Lobbyismus einerseits und der öffentlichen Auseinandersetzung andererseits,  was aber ein ganz anders Thema ist. Sorgen müssen wir um jene Gruppierungen, die einen Dienst für die Gesellschaft leisten und damit gilt die Sorge uns allen. Man denke nur stellvertretend an Jugendarbeit, Altenbetreuung, Kulturarbeit oder Naturschutz. Gemeinnützigkeit pur. Die Individualisierung in der Gesellschaft und die fortschreitende Anonymisierung, mit Gefälle zwischen Ballungsgebieten und ländlichem Raum, sind dabei nicht gerade förderlich.

Wir müssen uns entscheiden, was uns die der Allgemeinheit dienende ehrenamtliche Arbeit Wert ist. Appelle, Sonntagsreden und Danksagungen sind zu wenig. Neben steuerlichen Anreizen kann auch die Rentenversicherung in den Blick genommen werden, wie auch immer. Wir werden es uns auf Dauer nicht leisten können, ehrenamtliche Leistungen für die Allgemeinheit nur immateriell zu honorieren.

Ach ja, um die Verbände in der Veranstaltungsbranche muss uns nicht bange sein. Da ist man gut aufgestellt und an Antrieb zum Engagement und zur Übernahme von Verantwortung fehlt es wahrlich nicht. Wie wäre es, wenn die Verbände der Veranstaltungsbranche aus dieser komfortablen Situation heraus nicht nur Auszeichnungen in den eigenen Reihen vergeben, sondern auch mal soziale, kulturelle oder ökologische Projekte fördern? Imagewerbung pur. Einzelne Mitglieder tun das ja bereits.

Schöne Grüße!
Claus Bühnert

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