AIPC-Kongress: Vergeude nicht die Krise!

Sonntag, 12.07.2009

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Lichtblicke. 2000 Jahre thront er dort, hat Krisen und Kriegen widerstanden und unzähligen Schiffen den Weg geleuchtet; so viel Durchhaltevermögen ist nun belohnt worden. Am 30. Juni, kurz bevor die 160 Teilnehmer zur 51. AIPC Kongress und Jahreshauptversammlung angereist sind, ist der „Torre de Hércules“ zum UNESCO-Weltkulturerbe geworden. Die 300.000 Einwohner A Coruñas sind stolz, […]

Lichtblicke. 2000 Jahre thront er dort, hat Krisen und Kriegen widerstanden und unzähligen Schiffen den Weg geleuchtet; so viel Durchhaltevermögen ist nun belohnt worden. Am 30. Juni, kurz bevor die 160 Teilnehmer zur 51. AIPC Kongress und Jahreshauptversammlung angereist sind, ist der „Torre de Hércules“ zum UNESCO-Weltkulturerbe geworden. Die 300.000 Einwohner A Coruñas sind stolz, allen voran Enrique Pena Gonzalez, Direktor PALEXCO Palacio de Exposiciones y Congresos: „Ein großartiger Erfolg. Ich hoffe, er erhellt auch uns die Gemüter und gibt Ideen, wie durch diese heikle Zeit zu schiffen ist“.

Licht ins Krisendunkel bringt Keynote-Referentin Dr. Linda Yueh, Makroökonomin, Dozentin u.a. an der Oxford-University. Als Auftakt mahnt sie mit den Worten von US-Präsident Obamas Chefvolkswirt: „die gute Krise nicht zu vergeuden! Ich sehe sie als Chance, die Blickwinkel der Politiker zu ändern, denn „diese Zeit ist ungewöhnlich. Es ist eine neue Qualität der Krise aufgrund der Globalisierung“. Dann weht den Managern von und aus internationalen Kongresszentren ein 75minütiger Sturm namens „Global Economic Status and Outlook: The World Today and Tomorrow“ um die Ohren.

Yueh beginnt bei der Dot.com-Blase, erklärt das Weltfinanzsystem und gibt einen kleinen Ausblick: „2010 wird besser als 2009, 2011 wird die Wirtschaft regional wieder wachsen, wenn das Banksystem funktioniert und die Regierungen nichts dummes unternehmen. Ich weiß, das sind hohe Ansprüche“. Die Regierungen investieren derzeit 3,5 Trillionen Dollar, etwa ein Fünftel „sind grüne Investments“. Für sie einer der Motoren raus aus stürmischen Fahrwasser. Die charismatische Asiatin gibt Einblicke in die Globale Makroökonomie, inklusive Struktur- und Reaktionsanalyse der Märkte und schließt mit den Worten des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney: „Es gibt bekannte Unbekannte und unbekannte Unbekannte, aber ich hoffe, dass ich die bekannten Unbekannten etwas beleuchten konnte“.

Das die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos ist, wird in den verschiedenen Vorträgen, Podiumsdiskussion und Roundtable-Sitzungen deutlich. Als  verlässlicher Lichtblick wird der Verbandssektor bestätigt, während das Firmengeschäft einbricht – egal ob in Adelaide, Australien, Basel, Schweiz, Kapstadt, Südafrika oder Washington, USA. Die Berichte der Mitglieder haben ähnliche Fazits, wohl aber unterschiedliche Backgrounds.

Während Alec Gilbert, CEO des Adelaide Convention Centre berichtet, dass die Erweiterung des ACC um drei Jahre verschoben worden ist, geht es laut Jonas Scharf in Basel weiter mit dem 300 Mio. Euro Ausbau. „Allerdings haben wir viele unserer Britischen Kunden verloren aufgrund der Währungsfluktuation“, sagt Geschäftsführer Scharf. „Von bis zu 30 Prozent weniger Firmenkunden“ berichtet Greg O’Dell, CEO des Walter E. Washington Convention Center. Jedoch ist er sich seinem „politischen Vorteil“ in der amerikanischen Hauptstadt bewusst und schaut mitfühlend nach Nevada: „Las Vegas hat 400 Events im ersten Quartal 2009 verloren“.

Die Kongresshauschefs reagieren mit oder ohne Preisnachlässe, investieren in ihre Mitarbeiter, bieten verstärkt Fortbildungen an, vermeiden Entlassungen und versuchen, das Marketing zu verstärken: „Wir müssen härter für unser Business kämpfen, ein Profil aufbauen, also bloß nicht am Marketing sparen“, bestärkt Dirk Elzinga, Chef des Cape Town International Convention Centre.

Um die Delegierten bei der Neuausrichtung ihrer Bemühungen zu unterstützen, hat der AIPC-Vorstand auf neue Perspektiven gesetzt. Auf der Agenda „Innovation Management“ oder „The Client Perspective“ mit Luca Favetta, Senior Director Global Events EMEA bei SAP und Sherrif Karamat, COO der Professional Convention Management Association (PCMA) mit 6.100 Mitgliedern, darunter 65 Prozent Verbände, 35 Prozent Corporates. Beide stellen Klar, was die Anforderungen sind heute, die Liste leuchtet über den Köpfen des Plenums. Im Mittelpunkt: „Mehrwert“ und den umfassend, egal ob Teilnehmer- und Ausstellermarketing, digitale Infrastruktur und Services um die Dauer des Meetings zu verlängern – die Planer setzen auf die Zentren als „Solution Provider“.

Welche Lösungen das sein könnten, versucht Frederik van Oenen, Direktor von Arthur D. Little Holland, auszuloten; zwar ohne Erfolg, aber die amüsierten Diskussionen, die durch seine verfehlte Sitzung zu „Innovation Management“ entbrannten, wurden bis in den Abend weitergeführt. Zuvor bannt jedoch Isabella Marras, Program Officer Green Meetings, UN Environment Programme (UNEP) die Aufmerksamkeit, in dem sie mit ihrem Vortrag „Sustainable Meetings: A UN Perspective“ einen der Wachstumsmotoren ins Scheinwerferlicht holt. „Der UNEP Green Meetings Guide ist gerade veröffentlicht worden“, berichtet sie und definiert: „Ein grünes Meeting muss negativen Einfluss auf die Umwelt minimieren und ein positive Auswirkungen auf die gastgebende Community haben.“ Marras möchte mit der Meetingbranche eng kooperieren.

Auf mehr Hellsichtigkeit der Branche setzt auch Simon Anholt, der bereits 2007 in Graz zu Gast war. Der Verleger des „Anholt Nation Brands Index“ und des „Anholt City Brands Index“ führt den Anwesenden das Image-Problem der Meetingindustrie vor Augen, das aufgrund des fehlenden Profils und der Nähe zum Freizeittourismus entstanden ist. „Die Branche läuft derzeit Gefahr, sich ein negatives Image einzuhandeln. Wenn Sie nur wollten, könnten Sie das ändern“, sagt der gewandte Redner und motiviert zu einer konzertierten Strategie, um der „tödlichen Kombination aus Business und Leisure zu entkommen, die für Verschwendung steht“.

„Es ist eine Anspruchsvolle Zeit für AIPC-Mitglieder“, resümiert AIPC-Präsident Edgar Hirt, CCH Hamburg. „Wie immer ist gemeinsames Nachdenken effizient, unterstützt von Einblicken, die wir von unseren Kollegen und Referenten bekommen. Ich denke, jeder hat etwas mitgenommen, genauso wie zu dem Fachwissen beigetragen hat, das den Austausch in unserem Verband so wertvoll macht.“ Der nächste AIPC-Kongress ist vom 3. bis 7. Juli 2010 in Liverpool, 2011 ist gastiert er sonnenverwöhnten San Diego, Kalifornien, USA.

Die Vorträge zum Download…

www.aipc.org
www.coruna.es

Erfolg. „Ich lade Sie ein zu gehen und zu sprechen, Tag und Nacht“, motiviert Enrique Pena Gonzalez seine Gäste, das galizische A Coruña zu entdecken. Die 300.000-Einwohnerstadt im äußersten Nordwesten Spaniens fackelt direkt ein Feuerwerk ab, jedoch nicht für die AIPC – ihr Torre de Hércules ist UNESCO-Weltkulturerbe. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt etwas spröde, aber fällt der Blick erstmal auf den Atlantik, der die Halbinsel der Altstadt umspült, ist das vergessen. A Coruña (Spanisch: La Coruña) ist Sitz von internationalen Unternehmen wie Inditex, das 4.264 Filialen der Marke „Zara“ in 73 Ländern betreibt. Gonzalez ist Direktor des PALEXCO Palacio de Exposiciones y Congresos mit 1.500-Plätze-Plenum, Meerblick und herzerwärmende spanische Gastfreundschaft inklusive. www.palexco.com

Zur Fotogalerie…
Enrique Pena Gonzalez Location-Tipps „Inside A Coruña“…

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