Der Voluntary Standard (VS) der EU-Kommission sieht eine freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten vor. Ein Großteil der Betriebe in der Messe- und Veranstaltungswirtschaft dürfte damit nicht von der gesetzlichen Berichtspflicht erfasst werden. Gleichzeitig erwarten Auftraggebende, Partnerunternehmen, Banken und weitere Anspruchsgruppen zunehmend verlässliche Angaben zu Nachhaltigkeitsleistungen. Der Reporting-Kompass soll Unternehmen den schrittweisen Einstieg in eine strukturierte Berichterstattung erleichtern.
Drei Themenbereiche im Fokus
Der Leitfaden führt in die Logik des Voluntary Standard ein und ordnet ausgewählte Berichtsthemen den Besonderheiten der Branche zu. Im Mittelpunkt stehen drei Bereiche: die strategische Verankerung von Nachhaltigkeit, Umweltaspekte sowie soziale Themen. Orientierungshilfen, Hinweise für einzelne Gewerke und weiterführende Verweise sollen helfen, relevante Themen zu priorisieren, Datenanforderungen zu verstehen und bestehende Nachhaltigkeitsleistungen strukturiert darzustellen.
Das Papier richtet sich insbesondere an Verantwortliche aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement, Controlling und Compliance.
„Mit dem Reporting-Kompass geben wir Unternehmen der Veranstaltungsbranche eine praxisnahe Orientierung für den Einstieg in die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gerade viele kleine und mittlere Unternehmen brauchen verständliche Hilfestellung, um relevante Themen zu erkennen, Daten schrittweise aufzubauen und Nachhaltigkeitsleistungen glaubwürdig sichtbar zu machen“, sagt Marko Roscher, Referent Nachhaltigkeit bei fwd:.
Branchenspezifische Perspektiven berücksichtigt
Die Messe- und Veranstaltungswirtschaft zeichnet sich durch eine heterogene, zugleich eng verflochtene Wertschöpfungskette aus. Der Reporting-Kompass berücksichtigt daher unterschiedliche Perspektiven – von Messegesellschaften und Messebauunternehmen über Technikdienstleistende und Agenturen bis hin zu Logistikunternehmen und Cateringbetrieben. Die branchenspezifische Einordnung soll Unternehmen helfen, Anforderungen realistisch zu bewerten.
Nikolai Mizin, Manager Nachhaltigkeit beim AUMA, sagt: „Das Orientierungspapier ist im engen Dialog mit den Mitgliedern beider Verbände entstanden. Sei es Kreislaufwirtschaft oder Treibhausgasbilanzierung: Viele komplexe Themen erfordern den Blick über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus sowie ein einheitliches und konsistentes Vorgehen. Der Reporting-Kompass ist ein wichtiger Schritt zu mehr Standardisierung und Vergleichbarkeit.“
