CIM 2019/2 Industrie

Eine echte Zukunftsbranche

// Katrin Schmitt

Mathias Posch, Vorsitzender von ICS – International Conference Services in Singapur sowie IAPCO-Präsident, über die größten Herausforderungen der PCOs und 50 Jahre IAPCO.

Mathias Posch ist Vorsitzender und Partner von ICS - International Conference Services in Singapur sowie seit 2018 Präsident der IAPCO. Photo: ICS

CIM: Was ist ihr persönliches Highlight der 50. IAPCO Jahrestagung und GA 2019 im Congress Center Basel?
Mathias Posch: Die „Goldene Gala“ wird mir in Erinnerung bleiben. Dass so viele ehemalige IAPCO-Präsidenten nach Basel gekommen sind, zeigt, was für ein besonderer Verband mit interessierten und stolzen Mitgliedern wir sind. Es gibt mir das Gefühl, Teil von etwas Besonderem zu sein. Wir haben ein Programm angeboten, das sich die kommenden 50 Jahre fokussiert, während wir abends Vergangenheit und Gegenwart zelebrieren konnten. Dieser Spagat ist gelungen.

Was sind die Errungenschaften in 50 Jahren IAPCO-Familie?
Es ist schwierig zu erklären, dass die Mitglieder, die im Alltag Konkurrenten sind, so eng verbunden sind. Die Gemeinsamkeiten übertreffen das Trennende um ein Vielfaches – dies ist die größte Errungenschaft. IAPCO vertritt die Branche, wir haben große, gemeinsame Ziele, die Industrie, Kunden und deren Mission prägen. Das ist der größte Gewinn.

Sie sind seit 2018 IAPCO-Präsident. Ihr Zwischenfazit?
Ich bin sehr zufrieden. Wir haben einen neuen CEO, die Webseite und die App neugestaltet, unser Magazin „The PCO“ erneuert. Die EDGE-Seminare hatten Rekord-Teilnehmerzahlen. Die Connectors-Initiative hilft den 9.000 Mitarbeitern unserer Mitglieder, Netzwerk und Wissen der IAPCO-Familie optimal zu nutzen. Das Outreach-Programm soll helfen, in aufstrebenden Märkten qualitatives Kongressmanagement zu bieten. Die Ticky-the-Turtle-Kampagne will die Branche von Plastik befreien. Die Web-Edge-Task-Force revolutioniert unsere Online-Fortbildung. Das alles ist nur möglich, weil sich Team, Council und Mitglieder unentwegt einsetzen.

Welches sind heute die größten Herausforderungen für PCOs?
Kunden den Wert eines PCOs klarzumachen, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten, etc. Viele Gesellschaften bemühen sich um Relevanz, PCOs sind hier strategischer Ratgeber. Auch Adaptionsfähigkeit und Agilität sind gefragt, von Restriktionen bis hin zu neuen Kongressformaten. Unsere Welt ändert sich so rasch und massiv, dass wir unseren Job stetig neu erfinden müssen.

Wie unterstützt IAPCO ihre Mitglieder noch?
Fortbildung, Austausch und Information sind wesentlich für unsere Qualitätssicherung. Wir halten unsere Mitglieder auf dem Laufenden mit Best-Practices und Case Studies, via: „The PCO“, Member-Newsletter oder dem Online-Knowledge-Hub. Seminare für Mitglieder und Interessierte auf Fachmessen sowie unsere aktuellen EDGE-Seminare runden das Angebot ab. Die Jahrestagung soll anspornen, weit über den Tellerrand hinauszublicken und sich auszutauschen.

Warum sind Sie PCO geworden, warum in Singapur?
Ich bin Vorstandsvorsitzender und Partner der globalen ICS Gruppe. In Asien sehe ich sehr viel Potenzial für unsere Branche und ICS. PCO bin ich, wie viele, eher zufällig geworden. Ich habe nach Herausforderung und Beweglichkeit gesucht. Im Kongresswesen habe ich es gefunden, da es mir Einblick in viele wissenschaftliche Zweige gibt. Es ermöglicht mir, einen Beitrag zum Bewältigen großer medizinischer und wissenschaftlicher Herausforderungen zu leisten.

Besteht in Singapur ebenfalls ein Mangel an Fachkräften?
Das ist ein weltweites Problem. Jedoch: Fachkräfte hier sind überdurchschnittlich gut ausgebildet. In Asien gibt es einen ausgezeichneten Markt für junge Mitarbeiter. Das Engagement ist groß und das Ausbildungslevel oft sehr hoch.

Was raten Sie Talenten, die PCO werden möchten?
Ausprobieren, sich engagieren und mitgestalten: Unsere Branche ist eine echte Zukunftsbranche. Tagtäglich setzen wir uns mit großen Zukunftsfragen auseinander. Junge Menschen finden als PCO einen Job, der ständig erneuert und horizonter weiternde Herausforderungen mitsichbringt.
 

Herzlichen Dank, Herr Posch!