CIM 2020/1 Industrie

Zukunftsszenarien

// Johanna Müdicken

Das BestCities Global Forum bringt Partner und Planer internationaler Veranstaltungen zusammen. Diskutiert wird das Morgen der globalen Verbands- und Kongressindustrie.

Die Teilnehmer diskutieren vier Zukunftsszenarien der Kongressindustrie. Photo: BestCities Global Alliance

Szenario "Go regional": Meetings werden zunehmend regional. Photo: BestCities Global Alliance

Lesley Williams ist seit 1. Januar 2020 Geschäftsführerin der BestCities Global Alliance. Photo: BestCities Global Alliance

Wissen teilen. Vom 8. bis 11. Dezember 2019 ist das jährliche Forum der Global Alliance BestCities in Kopenhagen zu Gast. Laut der neuen Geschäftsführerin Lesley Williams strebt die Vereinigung von elf Kongressbüros danach, „die Kraft der Zusammenarbeit und der Gemeinschaft zu nutzen, um durch B2B-Veranstaltungen eine positive Breitenwirkung zu erzielen“. So stehen der Austausch untereinander und das gemeinsame Lernen auch bei der vierten Auflage des Treffens klar im Fokus. Unter dem Motto „Exploring the Congress of the Future – Fortifying Impact“ begegnen sich Best­Cities-Mitglieder und Führungskräfte 20 internationaler Verbände.

„BestCities ist ein Bündnis mit Vordenkerfunktion. Ziel ist der Austausch und die Zusammenarbeit mit der gesamten Branche“, fasst Copenhagen Convention-Bureau(CCB)-Direktorin Kit Lykketoft die Prämisse des Forums zusammen. Als Gastgeber haben sie und ihr Team ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Dazu gehören Netzwerk-Veranstaltungen und Vorträge – etwa von Claus Meyer, Mitbegründer des mehrfach als „bestes Restaurant der Welt“ ausgezeichneten Lokals Noma. Abgerundet wird das Angebot durch Ausflüge zu Tagungslocations und Workshops.

In einem davon lernen die Delegierten das jüngst vom CCB lancierte „Legacy Lab“ kennen. Das langfristige Wirken eines Kongresses auf Austragungsort und Gesellschaft wird in den kommenden Jahren eine wachsende Rolle spielen. Mit seinem neuen Angebot wird das Convention Bureau Verbandsplanern beim Fördern der positiven Breitenwirkung ihrer Veranstaltungen helfen. So unterstützt es beim Zusammenbringen mit relevanten Stakeholdern sowie beim Umsetzen der daraus entstandenen Ideen. Um mit dem vierstufigen Lab-Prozess besser vertraut zu werden, wenden die Forumsteilnehmer das Toolkit in einem praxisorientierten Workshop auf eigene Kongresse an. Zusammen erarbeiten sie Konzepte, um den positiven Beitrag, den eine Konferenz über die Verbandsebene hinaus leisten kann, in den Mittelpunkt zu rücken.

Einen neuen Blickwinkel bietet außerdem der Workshop des Danish Design Centers (DDC). Dabei begeben sich die Branchenprofis in die Meetingwelt des Jahres 2040. Zusammen mit der BestCities Alliance, CCB und Zukunftsforschern hat das DDC Zukunftsszenarien für die Meetingindustrie entwickelt. Basierend auf aktuellen Trends wie Festivalisierung oder Regionalisierung, sind vier verschiedene, futuristische Versionen entstanden. In Szenario eins („Accelerated Adaptation“) wachsen Verbandstreffen durch kontinuierliches Anpassen an gegenwärtige Anforderungen wie Personalisierung. In Szenario zwei („Catalyst for Change“) hat sich die Arbeitswelt durch moderne Technologie stark verändert. Kongresse spielen eine katalysierende Rolle beim Gestalten des neuen Arbeitsmarktes. In Szenario drei („Go regional“) gibt es kaum mehr globale, dafür überwiegend lokale Meetings. Hingegen dominieren in Szenario vier („Into the wild“) Elemente wie Augmented Reality und Performance Meetings. „Es besteht der Wunsch, weiterzudenken wer wir sind und warum wir uns treffen“, erklärt Projektleiterin und Senior Service Designerin Anne Danielsen. „Wenn wir diesen Dialog sinnvoll fördern können, ergibt sich ein sehr interessanter Raum, um die Zukunft der Meetingwelt neu zu erfinden.“

Die Zukunft des BestCities Global Forums ist gesichert: Das nächste Jahres­treffen findet im November 2020 in Madrid statt.