CIM 2019/6 Produkt

Aufgeheizte Atmosphäre

// David Friedrich-Schmidt

Beim 92. DGN-Kongress in Stuttgart 2019 war der Klimawandel im Fokus. Bei zufällig gehörten Gesprächen ging es häufig um die Anreise. Bahn oder Flugzeug oder: Gut gegen Böse?

David Friedrich-Schmidt, Leiter Projekte & Administration, Deutsche Gesellschaft für Neurologie. (Photo: DGN)

Schlagworte. Es war DAS nicht-neurologische Thema auf unserem diesjährigen Kongress: „Wie hältst du es mit der Anreise?“. Die Meinungen sind, wie üblich bei dieser oft emotional geführten Debatte, weit auseinandergegangen. Auf der einen Seite sind die „Ökofaschisten“, wie eine Ärztin scharf formuliert. Auf der anderen die „Ignoranten“ mit dem immer gleichen Totschlag-Argument, dass Deutschland sowieso nur für zwei Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich sei.

Am Ende ist es wohl eine Frage der Vernunft, aber auch der Angebote. Solange Flüge für „’nen Appel und ’nen Ei“ zu buchen sind und das Bahnfahren zumeist teurer ist, stimmt im System etwas nicht. Die Regierung hat ein Paket geschnürt, ob es sein Ziel nun erreicht, werden wir sehen.

Für uns Planer gibt es jedoch kein Zurück mehr: Wir müssen jetzt ran! Es gilt, alter­native Anreise- und Teilnahmekonzepte zu entwickeln sowie nachhaltiges Material bei Beschilderung, Deko und ja, bitteschön auch in der Industrieausstellung, zu nutzen. Kluge Food-Konzepte und Müllvermeidung sind quasi selbstverständlich – oder? Dies sind die Schlagworte, mit denen wir uns jetzt intensiv auseinandersetzen müssen. Das Warmlaufen ist vorbei.

Ich wiederhole mich gern: Es ist nicht mehr die Frage ob, sondern: wie wir nachhaltig agieren. Das Thema ist in der Mitte der Gesellschaft und auf unseren Veranstaltungen angekommen. Die Teilnehmer jedenfalls formulieren ihre Forderungen deutlich hörbar! Aktiver Klimaschutz dient somit auch der Kongressatmosphäre und kühlt die Gemüter. Zwei Fliegen mit einer Klappe!