CIM 2019/6 Spotlight

Alles auf GRÜN

// Johanna Müdicken

Wer umweltbewusst tagen will, ist in Dänemarks Hauptstadt richtig. Kopenhagen bietet Planern umfassende Möglichkeiten für Veranstaltungen mit nachhaltigem Gesamtkonzept.

Kopenhagens Meetingsindustrie setzt auf Nachhaltigkeit. Photo: Wonderful Copenhagen/Martin Heiberg

Das Bella Center Copenhagen mit angeschlossenem Hotel. Photo: AC Hotel Bella Sky Copenhagen.

Copenhill: Skifahren auf einer Müllverbrennungsanlage. Photo: Wonderful Copenhagen/Mellanie Gando

Verantwortungsvoll. Raue Meeresbrise trifft auf herzliche Gastfreundschaft: Kopenhagen gilt als eine der beliebtesten Kongressstädte der Welt. Im ICCA-Ranking 2018 belegt die dänische Metropole Platz acht und landet vor Großstädten wie Sydney, London oder Madrid. Besonders im Bereich Nachhaltigkeit schreitet Kopenhagen mit bestem Beispiel voran. So ist etwa Wonderful Copenhagen (WoCo) weltweit die erste zertifizierte „Green Tourism Organization“. „Es liegt uns sehr am Herzen, dass der Tourismus in Kopenhagen sowohl zur nachhal­tigen Entwicklung auf lokaler und globaler Ebene als auch zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beiträgt“, betont Kit Lykketoft, Director of Conven­tions. „Kopenhagen gehört bereits zu den nachhaltigsten Kongresszielen der Welt und mit dieser Zertifizierung macht Wonderful Copenhagen unser Versprechen, mit gutem Beispiel voranzugehen, wahr.“

Im Herbst 2019 ist die selbsternannte Fahrradhauptstadt passenderweise auch Gast­geber des internationalen Klimagipfels „C40 Mayors Summit“. 2.000 Bürgermeister und Delegierte aus über 90 Städten kommen vier Tage lang zusammen, um über Klimaschutzmaßnahmen zu diskutieren. Als Begleitevent findet die von WoCo initiierte Konferenz „Tomorrow’s Urban Travel“ statt. Im Hotel Scandic Falkoner im Stadtteil Frederiksberg treffen sich 400 Vertreter der Reisebranche. Experten, wie Journalistin Elizabeth Becker, präsentieren Thesen und Ansätze, wie Herausforderungen im nachhaltigen Tourismus zu meistern sind.

Mit grünen Projekten wie dem „Copenhill“ macht Kopenhagen bereits vor, wie Umweltbewusstsein und Besucherattraktionen Hand in Hand gehen können. Die Skipiste auf der Müllverbrennungsanlage Amager Bakke, die Abfälle in Elektrizität und Wärme für die örtlichen Haushalte verwandelt, hat im Oktober 2019 eröffnet. Zusammen mit der höchsten Kletterwand der Welt bietet sie einzigartige Möglichkeiten für Team­building-Aktivitäten, Incentives und Events. Veranstaltungen für 1.000 Personen können hier stattfinden, der eindrucksvolle Blick aus 85 Metern Höhe auf den Øresund ist inklusive.

Eine besondere Aussicht, die die Gäste auch in den oberen Etagen des Bella-Center-Komplexes genießen können. Das größte Konferenzzentrum Skandinaviens bietet 121.800 qm Eventfläche, ab Frühjahr 2021 steht eine weitere Halle mit 14.000 qm zur Verfügung. Das direkt angeschlossene 4-Sterne-Hotel Bella Sky Copenhagen hat 48 Räume und 811 Zimmer.

Bis 2021 soll die Hotelkapazität der Stadt um über 40 Prozent steigen. Im kommenden Jahr wird unter anderem Hilton ein neues Haus mit 600 qm Meetingfläche in Christiansharbour eröffnen. Im November 2021 feiert das Scandic Spectrum Premiere, mit 632 Zimmern das größte Haus der Kette in Kopenhagen. Schon im August 2020 begrüßt zudem das Comfort Hotel Copen­hagen Airport seine Gäste in der Nähe des Flughafens Kastrup. Zum Hotel gehört die Kongresshalle „The Hangar“, die für 2.150 Personen Platz hat.

Die zusätzlichen Kapazitäten kann Dänemarks Hauptstadt gut gebrauchen, denn zahl­reiche große Kongresse stehen für die nächsten Jahre an. 2020 wird die Stadt zum Schauplatz von Europas größtem Reproduktionskongress, der Jahrestagung der European Society of Human Reproduc­tion and Embryology mit 10.000 Teilnehmern. 2021 stehen mit „Kopenhagen 2021“ die beiden LGBTQ-Events „EuroGames“ und „WorldPride“ auf dem Programm. Erwartet werden 500.000 Besucher, die an Konzerten, Menschenrechtsdebatten und Sportveranstaltungen teilnehmen.

Für 2025 werden 10.000 Delegierte zur Jahrestagung der Academy of Management (AOM) in der Stadt erwartet. AOM-­Geschäftsführerin Nancy Urbanowicz ist überzeugt von der Wahl des Austragungsortes: „Die Einrichtungen und die Infrastruktur sind sehr komfortabel. Es ist eine perfekte Metropole, die alles innerhalb von kurzen Wegen bietet“, erklärt sie. „Wir waren von Anfang an sehr beeindruckt von Kopen­hagen.“ Es ist das erste Mal in der über 80-jährigen Geschichte der Veranstaltung, dass diese außerhalb Nordamerikas stattfindet – und somit ein deutliches Zeichen für die Strahlkraft der Kongressdestination Kopenhagen.