CO₂-Fußabdruck von Events schon in der Planung prognostizieren

Donnerstag, 27.08.2026

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Forschende der DHBW Ravensburg haben ein Modell entwickelt, mit dem sich der standortbezogene CO₂-Fußabdruck von Veranstaltungen bereits in der Planungsphase abschätzen lässt. Die im Journal of Convention & Event Tourism veröffentlichte Studie soll Veranstaltungsverantwortlichen eine fundierte Grundlage bieten, um Emissionen gezielt zu reduzieren.
Prof. Dr. Thomas Bauer und Valerie I. Grimm. Photo: DHBW Ravensburg

Prof. Dr. Thomas Bauer und Valerie I. Grimm. Photo: DHBW Ravensburg

Wie lassen sich Treibhausgasemissionen einer Veranstaltung nicht erst im Nachgang bilanzieren, sondern schon vor der Durchführung einschätzen? Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Thomas Bauer und Valerie I. Grimm von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Ravensburg in einer aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung. Ihr Rahmenmodell ermöglicht es, relevante Emissionsquellen systematisch zu erfassen und den sogenannten Product Carbon Footprint (PCF) – also den CO₂-Fußabdruck einzelner Veranstaltungskomponenten und -dienstleistungen – standortbezogen auf Basis von Planungsparametern zu prognostizieren.

Dabei werden Dienstleistungen nach ihrem Leistungsort gruppiert und zentrale Einflussfaktoren wie Energieverbrauch oder Catering berücksichtigt. So lassen sich bereits während der Planung Ansatzpunkte zur Emissionsminderung identifizieren.

„Nachhaltigkeit darf nicht erst nach einer Veranstaltung bilanziert werden. Entscheidend ist, ökologische Auswirkungen bereits im Vorfeld sichtbar zu machen, damit Veranstalter fundierte Entscheidungen treffen können“, erläutert Bauer.

Fallstudie zeigt praktische Herausforderungen

Die Studie basiert auf einer Fallstudie über drei Kongressformate und beleuchtet die praktischen Herausforderungen der Datenerhebung in der Veranstaltungswirtschaft. Dabei wird deutlich, dass ökologische Kennzahlen eng mit wirtschaftlichen Faktoren wie Saisonabhängigkeit oder Auslastung verknüpft sind. Die Ergebnisse liefern einen fallstudienbasierten Beitrag zur Diskussion über die Nachhaltigkeitsbewertung in der MICE-Branche – insbesondere zur aktiven Integration von Emissionsprognosen in Planungs- und Entscheidungsprozesse.

Regulatorischer Druck als Treiber

Hintergrund der Forschungsarbeit sind wachsende Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa durch die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Unternehmen und Veranstaltungsorganisationen stehen zunehmend vor der Aufgabe, ihre Emissionen transparent zu erfassen und zu dokumentieren. In der Veranstaltungsbranche ist dies besonders komplex, da zahlreiche Dienstleistende entlang der Wertschöpfungskette zusammenwirken.

Kooperative Forschung mit Branchenpartner

Das Forschungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit der Messe Frankfurt, einem Dualen Partner der DHBW Ravensburg. Valerie Grimm vertritt die Messe Frankfurt in nationalen und internationalen Nachhaltigkeits-Arbeitskreisen von NZCE, UFI und AUMA. Die Studie wurde im Journal of Convention & Event Tourism veröffentlicht.

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