„Erfolgsmodell“: Kongressfonds Berlin wird verlängert

Donnerstag, 13.10.2022

Die Rechnung geht auf: Das Restart-Programm für die Berliner Event-Branche wird verlängert und darüber hinaus aufgestockt.

Foto: Pexels

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Gute Nachricht für die Berliner Veranstaltungswirtschaft: Beim „Runden Tisch Tourismus“ wurde bekannt gegeben, dass der Kongressfonds Berlin, erstmals aufgelegt im April 2021, verlängert und sogar erweitert wird.

VeranstalterInnen von Tagungen, Kongressen und Business-Events können über den Fonds bis Ende 2023 eine finanzielle Förderung erhalten. Antragsberechtigt sind Vereine, Stiftungen, Unternehmen sowie Selbstständige und FreiberuflerInnen. Neue Anträge für Veranstaltungen können ab 18. Oktober 2022 bei der Investitionsbank Berlin online auf ibb.de/kongressfonds eingereicht werden.

Der Kongressfonds Berlin ist Teil des Maßnahmenpakets für den Neustart der Berliner Wirtschaft. Bisher konnten laut Mitteilung insgesamt 246 Veranstaltungen und rund 200.000 TeilnehmerInnen durch das Programm unterstützt werden.

Stephan Schwarz, Berliner Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe, sieht für den Kongressfonds Berlin gerade auch in der kommenden Zeit eine besonders wichtige Unterstützung für die Veranstaltungsbranche: Dieser „zeigt sich als Erfolg. Wir haben damit in Deutschland ein einmaliges Förderinstrument geschaffen, das die Veranstaltungsbranche gezielt unterstützt und Events in die Hauptstadt holt. Wir geben den Veranstaltenden jetzt mehr Planungssicherheit für den Herbst und Winter und die aktuell stark steigenden Kosten.“

Das freut auch Burkhard Kieker. Der Geschäftsführer von Visit Berlin sieht die Verlängerung des Fonds als ein wichtiges Signal für die Bundeshauptstadt. Dieser habe sich als äußerst wirksames Instrument im harten internationalen Wettbewerb erwiesen hat, so Kieker.

Hinrich Holm, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB), betont die wirtschaftliche Bedeutung des Programms: „Der Kongresstourismus ist von hoher Relevanz für Berlin. Während ein Berlinbesucher im Durchschnitt 69 Euro ausgibt, lassen Messe- und Kongressgäste 245 Euro in unserer Stadt. Wir sind sehr froh, mitzuhelfen, dieses wichtige Segment des Berliner Tourismus zu unterstützen.“

Die Förderung kann für alle Veranstaltungen innerhalb Berlins beantragt werden, die sich ausschließlich an ein Fachpublikum richten, heißt es in einer Mitteilung. Das schließe auch Tagungen, Seminare und Fortbildungen ein.

Der Kongressfonds umfasst demnach drei Bestandteile, die je nach Art der Veranstaltung gewährt werden:

Für den nun verlängerten Zeitraum bis 31. Dezember 2023 sieht der Kongressfonds Berlin erhöhte Leistungen bei Veranstaltungsausfällen von maximal 80 Prozent (bisher 60 Prozent) der bewilligten Fördersumme vor. Ebenfalls steigt die maximal mögliche Fördersumme auf 70 Euro (bisher 60 Euro).

Möglich wird dies durch die Förderung in Höhe von zehn Euro für „Dezentrale Tagungen“ als neue Komponente. Diese wird für Veranstaltungen bewilligt, die an mehreren Orten in Berlin gleichzeitig stattfinden. Bedingung: Die TeilnehmerInnen müssen an einem der Veranstaltungsorte in Präsenz anwesend und die Orte mithilfe von Onlineplattformen miteinander verbunden sein.

Das Fazit der ersten zwei Förderzeiträume sei „ausgesprochen positiv“ und bestätige, wie „notwendig und richtig die Maßnahme ist“. Seit Start des Fonds haben sich 721 VeranstalterInnen registriert. Die durchschnittliche Fördersumme habe bei rund 23.500 Euro, die TeilnehmerInnen-Zahl im Mittel bei 844 gelegen.

43 Prozent der unterstützten Events erhielten die Nachhaltigkeitsförderung. Insgesamt hat Berlin bisher ein Fördervolumen von rund 6,6 Millionen Euro eingesetzt. Die wirtschaftliche Auswirkung der Leistungen aus dem Kongressfonds Berlin wird mit 52,4 Millionen Euro beziffert.

Eine Neuerung gibt es auch bei der Herkunft der Mittel für den Kongressfonds Berlin: Ab dem nächsten Jahr wird dieser durch REACT-Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ergänzt. Mit der Durchführung der Fördermaßnahmen hat die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe die Investitionsbank Berlin (IBB) beauftragt.

Felix Hormel