Leserfeedback auf unseren Newsletter vom 23. Juli

Donnerstag, 24.07.2014

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In unserem letzten Newsletter ging es um den Absturz der MH-17 über der Ostukraine. Hierzu hat sich unser Leser Dr. Ajit Singh Sikand sehr emotional geäußert. Seine Reaktion wollen wir Ihnen nicht vorenthalten

Dr. Ajit Singh Sikand
President/CEO
HBC Tourism Consulting

Lieber Christian,

wie gut und zutreffend ist es von dir beschrieben. Eigentlich kam bei mir nach dem ersten Schock unendliche Trauer hoch und dann wandelte sich dies in mir zu geballter Wut um. Man stellt sich die Frage der Machtlosigkeit in einer solchen Situation, wundert sich aber auch, dass sich die Airline-Managements in einer irrealen Selbstverständlichkeit gar keine Gedanken über solche Situationen gemacht haben und sich auch kein Handlungsbedarf herauskristallisierte.

Wenn wir uns einmal die Situation des KAL-Flugs 1983 (Der Korean-Air-Lines-Flug 007 wurde am 1. September 1983 über internationalen Gewässern westlich der Insel Sachalin durch einen Abfangjäger der sowjetischen Luftverteidigung wegen Verletzung des Luftraumes abgeschossen. Alle 269 Personen an Bord kamen zu Tode. Anm. d. Red.) vor Augen führen, waren die Gründe hierfür absolut andere. Denn in der gegenwärtigen Situation war eine unberechenbare Handlung der Rebellen ziemlich berechenbar. Dass sie zu allem fähig sind, haben wir leider in der Vergangenheit immer wieder feststellen müssen. Das unglückliche Schicksal der MH-17 hätte jeder anderen Maschine zuteil werden können.

Wie klug auch die internationalen Fluggesellschaften im Falle vom Ben-Gurion-Airport in Israel reagiert haben, so müssen sich die Airlines im Falle der MH-17-Katastrophe den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit gefallen lassen. Emirates-Präsident Tim Clark, ein Hauptentscheidungsträger der Airline, der vielleicht auch anders hätte handeln können, hat mit seinem Vorschlag recht, eine Konferenz diesbezüglich einzuberufen. Meiner Meinung nach kommt dieser Vorschlag aber reichlich spät.

Mit Befremdung und Bestürzung nehme ich Tim Clarks Statement zur Kenntnis: „Wenn wir ein Flugzeug nicht mehr frei und unbelastet von der Sorge vor einem Abschuss fliegen lassen können, dann sollten wir es gar nicht mehr fliegen lassen.“ Dann dürfen wir auch nicht den Irak überfliegen und eben so wenig Afghanistan, Palästina und viele andere Krisengebiete. Verantwortungsvolles und der Tatsachen entsprechendes Handeln war und ist Gebot der Stunde.

Wahrscheinlich waren die Herrschaften in den oberen Etagen der Fluggesellschaften von ihrem Handeln so sehr überzeugt, dass es irgendwie doch gut gehen würde und blieben beim „Business-as-usual.“ Da Menschenleben in so etwas wie in Profit & Loss Accounts gesteckt oder in Balance Sheets konvertiert werden, ist wohl allen klar, dass geflogene Umwege der Airlines mehr Kosten verursachen werden…

Man darf diesen Vorfall nicht als Unfall oder als ein unbeabsichtigtes Missverständnis abstempeln und ad acta legen. Ein Menschenleben ist das wertvollste Gut unserer Gesellschaft. 298 Leben sind ein unglaublich hoher Preis, den unsere Gesellschaft für dieses brutale und sinnlose kriegerische Handeln bezahlt hat.

Ich bin traurig und einfach nur traurig über diesen unermesslichen Verlust.

Mit freundlichen Grüßen

Ajit

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