Im Reinen. Die Pupillen weiten sich, die Gesichter werden blass. Der Wind pfeift, die Sonne gibt ihr Bestes – genauso wie das Agentur-Team von Safari Adventures, das den Mutigen die Ausrüstung anlegt. Zwei Seile, ein Profi, der am Boden sichert. Vier Gliedmaßen, die nicht so wollen, wie ihr Besitzer: Ein Bein nach dem anderen über die Brüstung, die Hände zum Loslassen überreden, den Seilen vertrauen. Mit dem Po voran nach unten abseilen, dann abstoßen. Beim Selbstabseilen von Oslos berühmter Skisprungschanze Holmenkollen geht es 65 m senkrecht in die Tiefe. In der klaren Luft ist der Blick über den Oslofjord atemberaubend.
Das Herz schlägt schnell, das Blut rauscht in den Ohren – schon ist die Landung im Schnee vollbracht. Oslo im Winter ist bezaubernd, der Tag kurz, die Stimmung hyggelig und feierlich. Am 10. Dezember wird hier jährlich der Friedens-Nobelpreis vergeben. Am Vorabend zur Zeremonie findet das erste Friedenskonzert statt, vor dem Rathaus, unter freiem Himmel, für alle. Ein Novum, war das Konzert in der Telenor-Arena all die Jahre nur für Ticketinhaber.
Die Zeremonie im Rathaus an Nobels Geburtstag 2018 ist ergreifend, setzen sich die Preisträger Nadia Murad und Denis Mukwege doch äußerst mutig für den Respekt für und die Rechte von Frauen ein. Der abendliche Fackelzug für den Frieden aktiviert Tausende. Sie ziehen zum Grand Hotel, dort zeigen sich die Preisträger der Menge.
Am Tag nach der Zeremonie empfängt Oslos 31-jährige, stellvertretende Bürgermeisterin Kamzy Gunaratnam Visit Oslos Gäste, die sich über die Meeting- und Incentive-Qualitäten von Norwegens Hauptstadt informieren möchten. Das Angebot ist so vielfältig wie einzigartig, so elegant wie bodenständig, so norwegisch wie international. Im Winter wie im Sommer, wie die Planer während eines Workshops im Gammle Museet (Altes Museum) erfahren.
Drei dreieckige Zelte, überdimensioniert und aus Wellblech, lenken den Blick auf die Color Line Magic, die am Ufer gegenüber angelegt hat. Doch nicht die Fähre nach Kiel ist Ziel, das Innere des zeltartigen „Fram Museums“ entführt bei strahlendem Sonnenschein in die Welt der berühmten norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen, Otto Sverdrup und Roald Amundsen. Ihre stolzen Schiffe Fram und Gjøja sind voll zugänglich; an Deck ist ein Empfang für 150 möglich. Auf der Halbinsel Bygdøy bieten weitere Sammlungen Funktionsfläche: das Kon-Tiki- und das Museum für Kulturgeschichte, das Wikingerschiff- und das Seefahrt-Museum.
Wen es von so viel Forschermut inspiriert auf das Wasser zieht, der kann ganzjährig für 12 bis 500 Personen die Dienste von Norway Yacht Charter in Anspruch nehmen. „Eine großartige Kombination aus Natur, Essen und Wein auf traditionellen Holzschonern“, schwärmt Inhaber Kristian Qvigstad. Im Winter reicht er Decken und Gløg gegen die frische Luft. Er ermutigt: „Tut, was die lokalen Unternehmen tun!“.
Auch landseitig ist Oslos Hospitality-Branche mit viel Liebe zum Detail und ungewöhnlichen Ansätzen aktiv: Im Herbst 2018 hat das Restaurant Bygdøy Allé 3 mit Bar und Jazzclub im Keller eröffnet. Auf den drei Etagen mit 900 qm haben 500 Gäste Platz. „Es macht schon etwas Angst, so eine große Location zu eröffnen“, sagt Kim Søyland, einer der beiden Inhaber. Renoviert wurde 17 Monate. Der Stil ist „klassisch, inspiriert von coolen Lobbybars und Hotels in New York, Tokio, London, Barcelona und Paris“, so Søyland.
Nicht weniger internationales Flair, aber in kleinerem, feineren Rahmen, bietet das Chitra House im Stadtteil Fornebu, 15 Minuten von Oslos Innenstadt. In der liebevoll-restaurierten Villa können Klausurtagungen, aber auch Stehempfänge für 500 Gäste ausgerichtet werden, sofern die fast 1 ha-Garten mitgenutzt werden. Die Aussicht über den Oslofjord rundet das luxuriös Ambiente ab.
Der (visionäre) Blick spielt in Oslo ein große Rolle. Eines der wichtigsten, nachhaltigen Bauprojekte ist zurzeit die Fjord City rund um das neue Opernhaus. Die Pläne umfassen 10 km des Stadtzentrums. Das Viertel Bjørvika wandelt sich so grundlegend. Werften, Häfen und Autobahnen weichen Wohnungen, Büros, Parks sowie Kunst und Kultur. Der Bau der öffentlichen Bibliothek hat begonnen. Das neue Edvard-Munch-Museum „Lambda“ soll 2020 vollendet werden.
Ehrgeizig sind auch die Ziele und Visionen, die Oslo als designiertes European Green Capital 2019 verfolgt. Zentral ist nachhaltiges Entwickeln, so sollen bis 2030 die CO2-Emmissionen um 95 Prozent gesenkt werden. Besonderer Fokus liegt auf nachhaltigem Bauen. Zur Motivation der Gesellschaft hat die 680.000-Einwohner-Stadt 190 Partner gewonnen und plant gemeinsam über 350 Green-Capital-Events.
Hierfür bieten sich einige Locations mit Weit- und Einblick an, darunter die die Räume des Scandic Holmenkollen Park Hotels, nahe der Skischanze oder die Summit Bar des Radisson Blue Scandinavia im Zentrum. Das Friedensnobelpreis-Forum bietet Ausblick auf den Hafen und zugleich vertieften Einblick in das mutige Schaffen der Preisträger. Vorgeschlagen für den Friedensnobel-Preis 2019 ist übrigens die junge Klimaaktivistin mit viel Chuzpe, Greta Thunberg.




