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Studie bestätigt Relevanz der Veranstaltungsbranche

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Nicole Behr; Foto:

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) hat die ersten Ergebnisse ihrer Studie „Zähl dazu“ veröffentlicht, die seit Februar 2021 gemeinsam mit der TU Chemnitz und dem Institut R.I.F.E.L. erstellt wird. Die Ergebnisse wurden nun per Livestream aus der Quarterback Immobilien Aarena Leipzig präsentiert.

Die Ergebnisse bestätigten die Zahlen aus anderen Studien zur Veranstaltungswirtschaft und zeigten einen stark verwobenen Wirtschaftssektor, heißt es. Im Jahr 2019 sei hier ohne Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen ein Umsatz von 81 Milliarden Euro generiert worden – von 243.000 Unternehmen mit über 1,1 Millionen Erwerbstätigen in unterschiedlichsten Anstellungsverhältnissen.

Im Jahr 2020 haben die Branchenunternehmen durch die Covid-19-Pandemie laut Studie 76,6 Prozent Umsatz eingebüßt. Gut die Hälfte der Befragten hat sogar einen Umsatzrückgang von mehr als 80 Prozent erlitten.

Ziel der Studie war es, den Kernbereich der Veranstaltungswirtschaft zu fokussieren. Die Konzentration liege dabei auf veranstaltenden Unternehmen, Locations und Räumen, Kreativen, Entertainment, Herstellern und dienstleistenden Unternehmen, heißt es. Da das Cluster der Dienstleister eine hohe Komplexität aufweise, sei es in die Teilbereiche Catering, Service, Technik/Bühnen- und Messebau, Agenturen und Vermittlung/Management gegliedert worden.

Die entstandenen Landkarten machen laut Studienautoren sichtbar, dass die Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft Hotspots in bevölkerungsreichen Gebieten bilden, aber gleichzeitig deutschlandweit aktiv sind. Besonders der große Bereich der Dienstleistenden und die Hersteller:innen, aber auch Entertainment, Kreative und mit ein wenig Abstand Veranstaltende arbeiten in den Wertschöpfungsketten sehr mobil und länderübergreifend. „Deutschland ist ein verflochtenes Veranstaltungsland sowohl im Kontext von Wirtschafts- als auch von Freizeitevents“, sagt Nicole Behr, Vorstandsmitglied IGVW.

Erhoben und verarbeitet wurden die Daten in einem dreistufigen Prozess:

1. Bildung der Grundgesamtheit durch Recherche, Experteninterviews, Auswertung vorhandener Studien, Systematisierung nach Klassifikation der Wirtschaftszweige und der Umsatzsteuerstatistik (Statistisches Bundesamt, 2020)

2. Quantitativer Befragung von über 2500 Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft April bis Mai 2021

3. Auswertung und Hochrechnung der Daten auf Grundlage der Umsatzsteuerstatistik (Statistisches Bundesamt, 2020), Bezugsgröße war dabei das Jahr 2019,

Im Vergleich mit früheren Studien, etwa der Meta-Studie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche“, sei zu beachten, dass Ausstrahlungseffekte auf andere Branchen in den vorliegenden Ergebnissen keine Berücksichtigung fänden, heißt es weiter. Zugleich sei aber bekannt, dass die Veranstaltungswirtschaft – beispielsweise im Bereich businessinduzierter Veranstaltungen, aber auch im Bereich der Kultur- und Musikwirtschaft – erhebliche wirtschaftliche Effekte in anderen Branchen generiere, etwa durch Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten.

Die Ergebnisse der Studie finden sich unter www.zaehl-dazu.de/ergebnisse. Eine Videopräsentation gibt es hier auf Youtube.

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