Destinations Anzeige

Breslau: Viel Wasser, viele Zwerge

Mit drei Universitäten ist die polnische Stadt Breslau ein Wissenschafts- und Wirtschafts-Cluster. Als gut erreichbarer Veranstaltungsort beeindruckt sie mit viel Ambiente und vielen Attraktionen.

Liebevoll restauriert: Wroclaws Altstadt und der Marktplatz am Großen Ring (Rynek)

Im Weinkeller des AC Hotels (v.l.): Ilana Brenner und Aneta Ksiazekvon Polens CVB (1. und 2.), CIM-Redakteur Christian Boergen (6.) und Agnieszka Szymerowska vom CVB Wroclaw (r.)

Der in Breslau verliebte Zwerg „Wroclover“ mit dem Stadtwappen im Herz.

Zum Zeitpunkt ihrer Erbauung war die Hala Stulecia, die Breslauer Jahrhunderthalle, das größte freitragende Bauwerk der Welt.

Echte Hingucker: Die historischen Straßenbahnlinien verkehren in der Sommersaison. Fotos: cb

Welches Etikett passt auf Polens viertgrößte Stadt Breslau? Zwölf Inseln und 112 Brücken sprechen für „Venedig des Nordens“, für „Wasserstadt“ stehen die Oder samt vier Nebenflüssen, das Wasser-Wissenszentrum Hydropolis und die Aquarien des Afrikariums. Hydropolis und das Afrikarium des Zoos sind attraktive Locations. Kein Wunder also, dass Wroclaw, wie die Stadt polnisch heißt, das erste von inzwischen zehn Convention Bureaus des Landes eingerichtet hat. Hauptstadt Niederschlesiens, Uni- oder Residenzstadt charakterisieren Breslau ebenso wie „Zwergenstadt“. Doch später mehr dazu, warum das zutrifft, obwohl die Einwohnerzahl nur knapp unter der von Frankfurt am Main liegt.

„Wroclaw, the Meeting Place“, wirbt das Team der CVB-Präsidentin Agnieszka Szymerowska. Exklusiv begleitet CIM Ende 2021 eine internationale PlanerInnengruppe, eingeladen vom Poland Convention Bureau. Aus Deutschland ist Ilana Brenner von IBG Capital/Travel & Convention Services aus Berlin dabei; die anderen kommen aus Benelux-Ländern. Alle staunen über die mächtige Kuppel der Jahrhunderthalle, 42 Meter hoch, mit 65 Metern Durchmesser, unter die 10.000 TeilnehmerInnen passen. Allein auf den Tribünen können 8.000 Gäste sitzen. Die damals revolutionäre Stahlbeton-Konstruktion errichtete Stadtbaurat Max Berg 1913 im Stil des Modernismus; seit 2006 zählt sie zum Welterbe. Im Verbund mit der benachbarten Kongresshalle ist der Kuppelbau mit den Gelbglasfenstern Schauplatz von Kongressen, Konzerten, Messen und Sportveranstaltungen.

Gleich nebenan erstreckt sich auf 33 ha Breslaus 1865 eröffneter Zoologischer Garten. Prunkstück ist das Afrikarium, das Direktor Radoslaw Ratajszczak kurz vor seinem Ruhestand präsentiert. Neben mit 15 Millionen Litern und vier verschiedenen Wasserarten gefüllten Aquarien und vielen Tieren bietet es eine Halle mit Übersetzerkabinen für 176 Personen. Hinzu kommen zwei kleinere Räume. Außerhalb der Öffnungszeiten empfiehlt Ratajszczak sogar Dinner mit 100 Gästen im Haitunnel. Ob Brillenpinguine, südafrikanische Seebären, unter „Wroclaws höchsten Wasserfällen“ dösende Flusspferde, Vögel des Kongo-Dschungels: Im Afrikarium gibt es viel zu bestaunen. Nur die Seekühe stammen eigentlich aus der Karibik.

Etwas weniger nass geht es im Hydropolis, einer ehemaligen Zisterne aus dem 19. Jahrhundert, zu. Wasser ist dort dennoch das zentrale Thema. Kamil Chmiel vom Marketing führt durch das Wissenszentrum, vorbei am Nachbau des Tauchbootes Trieste I. Dessen Tiefsee-Rekord aus dem Marianengraben von 1960 hatte bis 2019 Bestand. Modelle der größten Schiffe ihrer Zeit faszinieren ebenso wie das Oder-Hochwasser von 1997 auf dem interaktiven Stadtplan. Das Hydropolis fasse bis zu 300 Event-Gäste, erläutert Chmiel. Alle Bildschirme können beliebig bespielt werden; sogar Firmenlogos auf dem 47 Meter langen Wasserdrucker vor dem Eingang sind möglich. Der Wasservorhang öffnet sich wie von Zauberhand und lässt sich trockenen Fußes passieren.

Pawel Wojtasinski zeigt das Mehrzweckhaus „Concordia Design“ auf einer Oder-Insel im Stadtzentrum. Die lichte Kombination aus einem Alt- und einem Neubau bietet nicht bloß Co-Working-Spaces. Insgesamt stehen elf Event-Räume zur Verfügung. Das Auditorium Widok fasst auf knapp 300 Quadratmeter 250 Personen und begeistert mit seiner Aussicht. Noch schöner ist das Panorama von der mehr als doppelt so großen Dachterrasse mit riesiger Pflanzenwand. Catering-Wünsche erfüllt im Concordia-Design das Restaurant Slodowa. Seine koreanisch angehauchte Küche zeugt vom großen LG-Standort Breslau. Hotelpartner ist das nahegelegene Park Plaza.

Erstes Haus am Platz ist das Hotel Monopol neben der Oper, ebenfalls mit einer beeindruckenden Dachterrasse neben dem Restaurant Acquario. Direktor Maciej Stocestel ist stolz, dass das neobarocke Luxushotel seit 1894 ununterbrochen geöffnet ist — auch während der Pandemie. Zu den Gästen seiner 121 individuell eingerichteten Zimmer und Suiten zählten bereits Marlene Dietrich, Pablo Picasso und Steven Spielberg. Größter der fünf Räume ist die Klubowa-Halle für 100 Personen.

Ganz in der Nähe befindet sich Polens erstes AC Hotel by Marriott in einem Bankgebäude von 1875. Würden alle Schlafsofas genutzt, können in den 91 Zimmern 220 Gäste übernachten, berichtet Verkaufsdirektorin Agnieszka Szczerbaniewicz-Nowak. Sie erläutert das spanische Konzept mit seinen warmen Farben, viel Kunst und Tapas im Restaurant Fuego. Größter Raum mit viel Tageslicht und Frischluft ist die Orangerie für 100 Teilnehmende. Im Ladrillo finden unter Backstein-Gewölben 60 Gäste Platz. Auch kleinere Räume und das Mezzanine können genutzt werden. Besonders begeistert die PlanerInnen der Weinkeller im ehemaligen Banktresor.

Auf Breslaus Dominsel, wo abends ein Nachtwächter die Gaslaternen anzündet, hat Accor vor zwei Jahren das M Gallery-Hotel The Bridge eröffnet. Laut Verkaufsdirektorin Marta Stawinska-Janiec verbindet es Geschichte mit moderner Technologie und Design zu „Lifestyle-Luxus“. Historische Stadtansichten zieren viele Wände. Neonröhren zeigen die Nummern der 184 Zimmer und Suiten. Im Foyer des großen Konferenzzentrums mit vier Räumen rauscht eine Wasserwand und befeuchtet die Luft. Das Auditorium Concretum fasst auf 490 Quadratmetern 450 Delegierte. Für Events kann die Dachterrasse von The Bridge mit einem Teleskop ausgestattet werden.

Ebenfalls gut an kommen der Weihnachtsmarkt, ein Wein-und-Kunst-Workshop in der Kongresshalle sowie ein Transfer mit der Opern-Tram von 1961. Highlight sind jedoch Breslaus über 600 Zwerge. Ihre Existenz geht zurück auf den Studentenprotest gegen Polens kommunistisches Regime. Angefangen mit dem großen Papa Zwerg, haben sie sich über die ganze Stadt verteilt: vom Wroclover bis zum Zwergenorchester. Ein Zwergen-Stadtplan hilft, die Zipfelmützenträger zu finden.

 

cb

Das könnte Sie auch interessieren...