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Meet Südtirol

Die Urlaubsregion setzt nachhaltig auf Tagungsgäste und Incentives. Einen guten Eindruck boten die Sustainability Days in Bozen.

Daze Aghaji von Extinction Rebellion sprach auf den Sustainability Days in Bozen

Daze Aghaji von Extinction Rebellion sprach auf den Sustainability Days in Bozen; Foto: Thomas_Roetting

In der Tenne Ratschings sind Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen möglich; Foto: cb

Bei der Produktion der Bergila-Öle gibt es keine Abfälle; Foto: cb

Was für ein Aufschlag! Die ersten Sustainability Days vom 6. bis 9. September in der Messe Bozen glänzten mit prominenten Gästen vor einem überwiegend jungen Publikum. Auch digital konnte die Veranstaltung verfolgt werden, bei der zahlreiche Fragen zur Nachhaltigkeitsstrategie erörtert und diskutiert wurden. Ein reibungsloser Ablauf und die viersprachigen Übersetzungen etwa von Erfolgsautor David Wallace-Wells („Die unbewohnbare Erde“) zeigten, was Meet Südtirol leisten kann.

Katja Diehl aus Hamburg („Autokorrektur – Mobilität für eine bessere Welt“) begeisterte die TeilnehmerInnen mit klaren Ansagen: „Wer Mobilität verändern will, muss Menschen lieben – nicht Autos!“ Neben prominenten Persönlichkeiten und der Präsentation verschiedener Südtiroler Nachhaltigkeitsinitiativen nutzten etwa Daze Aghaji von Extinction Rebellion und Giovanni Mori von Fridays for Future die Bühne.

Im Rahmen des Events bekamen etliche Unternehmen aus den Bereichen Hospitality und Incentives die Möglichkeit, sich unter dem Aspekt Sustainability vorzustellen. Gastgeberin Deborah Carlin, Leiterin B2B Sales von Meet Südtirol, empfiehlt Italiens autonome, deutschsprachige Region nicht bloß als Land der Äpfel, Weine und Sterneköche, sondern als „ideal für Meetcentives“. Dahinter steckt die Strategie, mit besserer Auslastung die Saison zu verlängern.

Co-Working-Space im Vinschgau

Am Radweg entlang der Etsch von Schlanders nach Meran beeindruckt neben der Landschaft die Basis Vischgau auf einem alten Kasernengelände als Co-Working-Space, Gründer-, Innovations- und Kulturzentrum mit viel Platz für Events sowie kompletter Gastroküche. In den als Hightech-Tonstudio ausgestatteten Tageslicht-Tagungsraum passen bei Konzerten 800 Personen unter die Discokugel.

Während der Tschirlander Hof mit Spezialitäten aus dem Meer überrascht, tut es Familie Schreyögg in Partschins mit über 50 eigenen Röstkaffee-Sorten der Spitzenklasse. Unter der Marke Alps Coffee wird seit 20 Jahren Biokaffee und seit zehn Jahren noch erfolgreicher Fairtrade-Kaffee vertrieben, informiert Stefan Schreyögg bei einer Betriebsführung mit Verkostung.

Gregor Wenters 22-Zimmer-Hotel Bad Schörgau im Sarntal bietet neben duftendem Holz, Räumen, Spa mit Saunalandschaft und Naturkosmetik und Naturweinen auch mit einem so genannten „La FuGa“-Labor. Chefkoch Mattia Baroni und Innovator Wenter arbeiten an der „Zukunft der Gastronomie“, dank Fermentation ohne Abfälle. Ihre Aromen gewinnen sie unter anderem aus „Garum“ – Resten von Erbsenschalen, Fisch, Huhn, Kakao, Lamm, Rind und Sellerie. Diese Methode könnte ihrer Ansicht nach die Kochkunst revolutionieren.

Veranstaltungen für 200 Personen

Über das Penser Joch geht es zu Daniel Schölzhorns Tenne Ratschings, der AMG, Elektrolux und Lamborghini zu seinen Kunden zählt und über einen größeren Tagungsraum auf dem Dach nachdenkt. Mit den anderen Hotels der Familie sind Veranstaltungen bis 200 Personen möglich. Zum 35-Zimmer-Hotel mit fünf Sternen gehören auch vier Chalets. Dort zelebriert Kornelia Schwitzer ihre Silberquarzit-Experience mit Räuchern, Meditation und Blüten.

Auch das Falkensteiner Aktivhotel Kronplatz liegt direkt an einer Skistation. Mit 97 großzügigen Zimmern ist es ideal für Incentives. Der Zehnerraum ist klein, dafür können andere Flächen flexibel genutzt werden. Noch nachhaltiger ist der brandneue Arieshof des Berliner Unternehmers Christoph Gröner mit zehn Doppelzimmern bei Bruneck. Biobäuerin Sonja Stolzlehner bewirtschaftet diese einzigartige Location mit Restaurant. Eine Wasserstoffspeicheranlage sowie die Energiegewinnung aus Photovoltaik und selbst produzierten Hackschnitzeln verleihen dem Haus einen Höchstgrad an Autonomie.

Öle aus eigenem Anbau

Die Familie Niederkofler in Pfalzen setzt ebenfalls auf natürliche Produkte aus eigenem Anbau. Gegründet 1912, werden in vierter Generation ätherische Bergila-Öle und Kräuterprodukte hergestellt. „Hier bleibt nix übrig“, versichert Seniorchef Franz. Vor der für Besichtigungen offenen Destille mit Duftstadl zeigt er, wie die Biomasse zum Dampferzeugen genutzt und sogar ein Hotel im Nachbardorf mit Fernwärme versorgt wird: „Wir müssen nicht sparen, wir haben es schön warm und es kostet nichts.“ Sogar die zertifizierte Asche wird für Dünger, zum Käsetrocknen und als Waschmittel genutzt.

In Algund hat sich der ehemalige Bioland-Berater Daniele Piscopiello mit dem DA Genussgarten in einen „Bauern ohne Hof“ verwandelt. „Enges Pflanzen, nur von Hand“, lautet sein Erfolgsrezept. Zwischen artenreichem Biogemüse und Früchten halten Blumen Nützlinge bei Laune. Vermarktet wird in Aboboxen, an Gastronomen sowie im Hofladen „Farm to Table“ im Meraner Wolkenkratzer-Viertel.

Christian Boergen

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