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Tourismus-Maßnahmenpaket der Europäischen Kommission unzureichend

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Staatlicher Fonds für Rückzahlung von Kundengeldern wird laut DRV  immer dringlicher.

Foto: Pixabay

Maßnahmen. Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket zum Tourismus vorgelegt, das bei weitem nicht ausreichen wird, um die stark angeschlagene Reisewirtschaft in Europa zu stützen, so der DRV. Die Vorschläge aus Brüssel bauen allesamt darauf auf, dass die einzelnen EU-Mitgliedstaaten den Branchenunternehmen mit finanziellen Hilfen zur Seite stehen.

So empfiehlt die Kommission Reiseveranstaltern, ihren Kunden auf freiwilliger Basis Gutscheine anzubieten, und diese attraktiver zu gestalten. „Das ist leider ein weltfremder Vorschlag. Die meisten kleinen und mittelständischen Reiseveranstalter stehen mit dem Rücken zur Wand. Ihre Mitarbeiter sind größtenteils in Kurzarbeit und die Unternehmen haben kein Geld in der Kasse, um die geballten Rückerstattungsforderungen der Kunden zu begleichen. Wo soll in so einer Situation das Geld herkommen, um noch Boni oder kostenfreie Extras oben drauf zu geben?“ kommentiert Norbert Fiebig den Vorschlag der EU-Kommission.

„Wenn die Bundesregierung nun ebenfalls auf eine freiwillige Gutscheinlösung setzen sollte, muss sie umgehend einen staatlichen Fonds einrichten, aus dem die Rückzahlungen für die Kunden entnommen werden können, die auf eine Barerstattung bestehen. Die Kassen der Reisebüros und Reiseveranstalter sind leer“, so der DRV-Präsident weiter.

Der DRV begrüßt die Ausführungen der Kommission zum stufenweisen Aufhebung von innereuropäischen Grenzkontrollen und Rücknahme der Quarantänemaßnahmen. „Es ist richtig, dass wir schrittweise und koordiniert wieder die Grenzen öffnen – nur so kann die wirtschaftliche Erholung unserer und anderer Wirtschaftszweige beginnen. Dass wir das Virus nicht durch das Wiedererrichten von Schlagbäumen bekämpfen, ist hinreichend bekannt. Wir sollten daher mit Bedacht zu offenen Grenzen zurückkehren und gemeinsam funktionierende Hygiene- und Schutzkonzepte umsetzen“, so Norbert Fiebig.  

Um den Tourismus wiederzubeleben, will die EU die Mitgliedstaaten mit Handlungsempfehlungen zum risikoarmen Reisen unterstützen. „Es ist gut, dass die EU hier die Initiative ergreift. Wir als Reisewirtschaft sind bereits vorbereitet. Wir haben einen Maßnahmenkatalog entwickelt, in dem wir detailliert ausführen, wie verantwortungsvolles und sicheres Reisen in diesem Sommer wieder möglich sein kann. Dieser Katalog liegt der Bundesregierung vor und ich bin überzeugt, dass sich hier sinnvolle Synergien ergeben werden“, kommentiert Norbert Fiebig.

 

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