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"Ohne Nachbesserung keine Veranstaltungen bis Jahresende"

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#AlarmstufeRot äußert sich zum MPK-Beschluss.

Photo: Manuel Weidt

Die Veranstaltungswirtschaft hat seit einem Jahr Berufsverbot. Sie muss laut #AlarmstufeRot beim Öffnungsplan der Regierung daher bevorzugt werden.Umfassende Hygienestrategien erlauben schon heute infektionssichere Veranstaltungen. AlarmstufeRot begrüßt es, dass die Bundesregierung nach 12 Monaten Lockdown in der Veranstaltungswirtschaft beginnt, über eine Öffnungsstrategie zu sprechen. Endlich werde die Veranstaltungswirtschaft im Neustartplan genannt.

Vollkommen inakzeptabel sei, dass die Diskussion über eine Zulassung von Veranstaltungen auf den 22. März vertagt wurde. Denn der Sektor biete schon lange valide Konzepte für infektionssichere Veranstaltungen. „Wir fordern die sofortige Zulassung von Veranstaltungen unter Berücksichtigung der Testung aller Teilnehmer. Denn wir können mit einer Doppelteststrategie sicherstellen, dass kein zusätzliches Sicherheitsrisiko besteht. Die Kultur und Veranstaltungswirtschaft ist länger im Lockdown als jede andere Branche. Seit über einem Jahr. Sie muss nun bevorzugt in die Öffnungsstrategie integriert werden,“ so Nico Ubenauf, Mitinitiator von #AlarmstufeRot.

Bei Anstieg der Inzidenz über 100 während der Planungsphase fordert #AlarmstufeRot zudem einen Ausfallfond für alle Veranstaltungsarten, um dem Wirtschaftszweig Planungssicherheit zu geben.

Es sei inakzeptabel, dass die Regierung bis Ende des Monats nicht über die Branche mit dem längsten Lockdown nachdenken will. Der Wirtschaftszweig sei mit zahlreichen politischen Defiziten konfrontiert. Existenziell nötig sei erstens die sofortige komplette Auszahlung aller "Hilfsmittel" ab November fortfolgende. Zweitens die Aussetzung der Insolvenzpflicht bis Jahresende. Drittens die branchenspezifische Verlängerung des Kurzarbeitergeldes inklusive Übernahme der Sozialabgaben bis Ende der Pandemie, mindestens bis 2022. Viertens der sofortige Beschluss eines Überbrückungsprogramms IV, bevor sich Regierung und Parlament in die Sommerpause, den Wahlkampf und die anschließende Regierungsbildung verabschieden. Denn bis Januar werde dann niemand mehr Beschlüsse fassen.

Neben finanziellen Kompensationen bräuchten die eine Million Beschäftigten der Veranstaltungswirtschaft zudem eines: Planungssicherheit und Perspektive, wie ihr Berufsleben weitergehen soll. Wenn die Regierung nicht sofort ihr Vorhaben nachbessere, sei der Sommer schon heute verloren. Die Branche brauche Vorlauf und Planungssicherheit, sonst werde es keine Festivals Konzerte oder Messen geben.

Es müsse jetzt klare Öffnungsbeschlüsse geben. Denn wenn es erst irgendwann heiße, dass wieder veranstaltet werden darf, habe die Veranstaltungswirtschaft weitere drei bis sechs Monate keine Erträge. Anders als im Einzelhandel komme mit der Wiederöffnung noch kein Umsatz, denn Veranstaltungen haben einen langen Planungsvorlauf. Da zudem nicht absehbar sei, ob weitere Mutationswellen die Pandemie erneut anheizen werden, müsse es einen Ausfallfonds für alle Arten von Veranstaltungen geben, von Kultur bis Messe und Wirtschaftsanlässen. Bisher sei solch ein Fonds von der Regierung nur vorgesehen für Kulturveranstaltungen, die öffentlich zugänglich und mit Eintrittsgeldern verbunden sind.
Der aktuelle Plan der Regierung helfe der Veranstaltungswirtschaft nicht. Theater, Kinos und Konzerthäuser benötigen einen
Vorlauf, um hochzufahren. Wer heute seinen Betrieb anfährt, riskiere ohne Ausfallfonds einen abermaligen Stopp. Doch feste Häuser hätten völlig unabhängig von der Inzidenz eine exzellente Ausgangslage. Beste Hygienekonzepte, reduzierte Auslastungen und Doppeltestung der Gäste stellten sicher, dass kein Infizierter den Veranstaltungsort betritt.

Die Branche sei in der Lage, absolut sichere Veranstaltungen zu organisieren. Es müsse endlich eine Differenzierung geben zwischen Publikumsveranstaltungen, die offen für alle sind, und zum anderen festen Häusern und Wirtschaftsveranstaltungen.

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