Industrie

AUMA: „Infektionsschutzgesetz bietet keine Perspektive“

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Die All about automation fand 2020 in Essen statt; Foto: ©Easyfairs GmbH

Der Messeverband AUMA drückt die Enttäuschung der Branche aus: Die jüngste Änderung des Infektionsschutz-Gesetzes regele nun zwar das Betreten von Spielbanken und die Nutzung von Seilbahnen, so der Verband. Den Messen hingegen, die normalerweise jährlich von 250.000 Ausstellern und über 16 Millionen Besuchern genutzt würden, werde nach wie vor keinerlei Perspektive und Planungssicherheit geboten.

Für die Messewirtschaft sei es nicht nachvollziehbar, dass die Politik nicht in der Lage sei, aus den absehbaren Erfolgen der Impfkampagne, begleitet von einem breitflächigen Testangebot ein Planungsszenario für die Ende Oktober in den zweiten Lockdown geschickten Messen abzuleiten. „Wir appellieren deshalb an die Bundesländer, schnellstens Rahmenbedingungen zu definieren, unter denen Messen wieder stattfinden können“, sagt AUMA-Geschäftsführer Jörn Holtmeier.

„Anhaltendes Zögern führt unweigerlich zu weiteren Messeabsagen im 2. Halbjahr“, heißt es. Bereits jetzt seien über die Hälfte der 380 geplanten Messen des Jahres 2021 gestrichen worden. Eines der wichtigsten Geschäftsanbahnungsinstrumente der deutschen Unternehmen stehe schlicht nicht zur Verfügung.

Bereits im November 2020 hatte eine Befragung von Mitgliedern der Industrieverbände VDMA, ZVEI und Spectaris ergeben, dass drei Viertel der Unternehmen fehlende Chancen zur Gewinnung neuer Kunden aufgrund von Messeabsagen beklagen. 60 Prozent sahen Einbußen, weil sie Produkte nicht real präsentieren konnten. Inzwischen dürften diese Anteile noch gestiegen sein, heißt es. Gerade kleine und mittelständische Firmen treffe dies besonders schwer.

„Die Bundesländer müssen jetzt handeln“, so Holtmeier. Es gehe um ein Perspektive-Signal. Mindestens zwei Monate Vorlauf seien aufgrund der langen Planungszeiten für Messen nötig. Auch die Möglichkeit zur Durchführung von Modellprojekten auf regionaler Ebene sollte dabei bedacht werden. Diese Projekte würden zusätzlich wieder Vertrauen in eine sichere Durchführung auch größerer Messen aufbauen.

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