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Brexit: Das ändert sich für Geschäftsreisende

// CIM-Redaktion, jm

HRS hat Informationen für Geschäftsreisende nach London und Co.  zusammengestellt.

Phot: Eva Dang on Unsplash

Brexit. Zwar ist Großbritannien seit dem 1. Februar kein Mitglied der Europäischen Union (EU) mehr. Bis zum Jahresende 2020 gibt es dank offizieller Übergangsphase keine wesentlichen Änderungen. Durch Währungseinflüsse könnteeine geplante Dienstreise sogar günstiger werden.

Einreise-Dokumente

Bei EU-Bürgern reicht die Vorlage des Personalausweises für die Einreise ins Vereinigte Königreich, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) mit. Alternativ können sie auch mit Ihrem Reisepass nach Großbritannien einreisen. Grenzkontrollen gab es schon vor dem Brexit, da das Vereinigte Königreich kein Mitglied der Schengener Abkommen über die Abschaffung der stationären Grenzkontrollen an den Binnengrenzen ist. Eine Visumspflicht besteht aktuell nicht und ist auch für die Zukunft nicht geplant, zumindest wenn es sich um Aufenthalte von weniger als drei Monaten handelt. Allerdings wäre es künftig denkbar, dass Reisende statt des Personalausweises einen Reisepass zur Einreise benötigen.

Flugverbindungen

Für Flugverbindungen von und nach Großbritannien ändert sich laut dem DRV zunächst nichts. Die Airlines haben ihre Sommerflugpläne schon vor ein paar Monaten veröffentlicht und Reisende können ihre Flüge bedenkenlos buchen. Auch die EU-Fluggastrechte, die unter anderem finanzielle Entschädigungen für Flugverspätungen oder -ausfälle regeln, sollen nach Angaben der britischen Regierung für eine gewisse Zeit auch nach dem Brexit gelten. Denn während der Übergangsphase wird Großbritannien wie ein EU-Land behandelt.

EU-Führerschein

Häufig benötigen Geschäftsreisende einen Mietwagen. In der Übergangsphase werden alle gültigen nationalen und internationalen sowie alle EU-Führerscheine in Großbritannien anerkannt. Wenn Reisende über eine in der Europäischen Union ausgestellte Fahrzeugversicherung für Ihr eigenes Fahrzeug verfügen, müssen sie keine grüne Versicherungskarte (Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr) mit sich führen. Es wird jedoch empfohlen, einen anderen gültigen Versicherungsnachweis dabei zu haben.

Reise mit der Bahn

Auch für diesen Fall bleiben die europäischen Bahngastrechte bestehen. Diese wurden nach dem Brexit in britisches Recht überführt. Die Bahngastrechte gelten für:

  • grenzüberschreitende Bahnfahrten von Europa nach Großbritannien,
  • grenzüberschreitende Bahnfahrten von Großbritannien nach Europa,
  • Bahnfahrten innerhalb Großbritanniens.

Dabei spielt es keine Rolle, ob ein britisches Bahnunternehmen oder eines aus der Europäischen Union genutzt wird.

Roaming-Gebühren

Geschäftsreisende müssen, egal wo sie arbeiten, häufig E-Mails versenden oder Telefonate führen.  Schon vor dem Brexit wurden die Roaming-Gebühren für mobiles Telefonieren und Surfen innerhalb der Europäischen Union abgeschafft – daran wird sich auch in der Übergangsphase nichts ändern. Telefonieren, SMS- oder WhatsApp-Nachrichten versenden sowie das Surfen im Internet kostet weiterhin soviel wie daheim.

Wechselkurs und Kreditkarten-Kosten

Durch den Brexit kann das britische Pfund gegenüber dem Euro an Wert verlieren. Dadurch könnte eine geplante Dienstreise  günstiger werden.

Bei der Nutzung von Kreditkarten sollten keine zusätzlichen Kosten anfallen, da Großbritannien weiterhin ebenso wie die Europäische Union Gebührenaufschläge für die Nutzung von Kreditkarten verbieten wird.

Die Europäische Gesundheitskarte

In der Übergangsphase bis zum Ende diesen Jahres behält die Europäische Gesundheitskarte (EHIC) in Großbritannien ihre Gültigkeit. Ob damit auch in 2021 medizinische Leistungen in England genutzt werden können, ist derzeit allerdings noch unklar. Unabhängig davon ist bei Auslandsreisen immer der Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll.

Geltende Entsendebescheinigungen

Entsendebescheinigungen als Nachweis über die Sozialversicherung des Arbeitenden sind aufgrund eines zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich geschlossenen Austrittsabkommens weiterhin vollumfänglichanwendbar. Es ist jedoch noch offen, wie das für den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2020 aussehen wird.

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