Industrie

Degefest-Studie: Tagungshäuser müssen flexibler werden

// jb

Der Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft, Degefest, hat seine Mitglieder gefragt, was sie unternehmen und planen, um aus der Corona-Krise zu kommen. Zwei Drittel der Befragten sehen Chancen in neuen Veranstaltungsformaten, insbesondere bei partizipativen Formaten und Hybridveranstaltungen, so das Ergebnis der „Degefest TrendAnalyse – Restart 2020/21: Via Best Practice aus der Krise“.

Rund ein Drittel (33,9%) setzt auf verstärkt Akquisition. Und bei einem Viertel (25,9%) dominiert der Optimismus, dass Präsenzveranstaltungen „schon bald“ wieder zunehmen werden – sei es aus sozialen Gründen oder dass geschlossene Veranstaltungen hinzukämen.

Die Mehrheit (70,4%) geht davon aus, dass das Veranstaltungsangebot künftig differenzierter gestaltet werden muss. Differenzierungsmerkmale seien etwa das wirtschaftliche Potential von Kunden, Hygienekonzepte oder auch die stärkere Konzentration auf lokale Firmen und Verbände.

Als Dienstleistungen würden die technische Übertragung in mehrere Räume (Streaming) sowie Reinigungs- und Sicherheitsdienste wichtiger. Jeder Dritte merkt allerdings an, dass die Kunden für erhöhten Hygieneaufwand keine höheren Rechnungen bezahlen wollten. Dies kostet also Geld, so die Studie.

Herausforderungen entstehen auch in der Gastronomie, die ein wichtiger wirtschaftlicher Beitragsfaktor im Veranstaltungshaus ist. Portioniertes Essen, mehr Platzbedarf und weniger Exklusivität bringen nachhaltige Veränderungen. Sas Aus für große Bankettveranstaltungen, Buffets und Selbstbedienung stehe im Raum. Schrumpfen wird dem zufolge auch die Nachfrage nach Rahmen- und Begleitprogrammen, Teambuilding- und Incentive-Angeboten sowie Barbetrieb – also alles, wo Abstand halten schwierig ist.

Hybridveranstaltungen stehen die Häuser mit gemischten Gefühlen gegenüber. Positiv seien die Erweiterung der Teilnehmerkreise, die Generierung weiterer Umsätze durch das Anbieten zusätzlicher IT-Leistungen, die schnellere Amortisierung von Investitionen in die Kommunikationstechnik oder die Intensivierung der Stammkundenkontakte. Auch die Raumbelegung gestaltet sich in der Terminierung nun flexibler.

Dem stehen jedoch Umsatzverluste im Vermietgeschäft durch geringere Teilnehmerzahlen mit parallelem Rückgang der Einnahmen im F&B-Bereich gegenüber. Parallel erhöht sich der finanzielle und technische Aufwand. Aus dem besonderen Risiko des Technikversagens könne eine Abhängigkeit von externen Dienstleistern entstehen, so die Befürchtung. Und viele notwendige Zusatzinvestitionen seien den Kunden nur schwer zu verkaufen.

Bei den rein digitalen Veranstaltungen gaben nur 16,3% der befragten Betreiber der Veranstaltungshäuser an, dass diese profitabel seien. Doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten sie ihre Häuser in den Bereichen Technik, Internet-Übertragungsgeschwindigkeit und Fachwissen des Personals „aufrüsten“.

Durchgeführt wurde die Studie unter Leitung von Professor Jerzy Jaworski von der Fakultät für International Business an der Hochschule Heilbronn. Sie wird an Degefest-Mitglieder kostenlos verschickt. Weitere Interessierte können die Studie per Mail unter info@degefest.de anfragen.

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