Industrie

Diskotheken fordern Öffnungsperspektive

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BDT-Präsident Hans-Bernd Pikkemaat. Foto: DEHOGA Bundesverband

Die jüngsten Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nimmt die Discobranche zum Anlass, eine konkrete Perspektive für die Öffnung von Clubs und Discotheken zu fordern.

Söder sagte, Tanzwillige könnten „ja Zuhause mit ihrer Partnerin tanzen“ und zeigte sich skeptisch, dass die Branche „Namenslisten wie in der Gastronomie führen“ könne.

Dem widerspricht Hans-Bernd Pikkemaat, Präsident des Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT). Clubs und Diskotheken führten schon seit Jahren namentliche Gästelisten, vermieteten personalisierte Lounges und ließen jugendliche Gäste zwischen 6 und 18 Jahren und ihre Aufsichtsperson nur mit Namensangabe unter Vorlage des Personalausweises und einer schriftlichen Bestätigung der Eltern („Muttizettel“) in den Betrieb.

„Das Vorzeigen des Personalausweises und die exakte Kontrolle durch die Security ist in vielen Betrieben bereits gängige Praxis“, sagt der BDT-Präsident. „Allein für das Gäste-Marketing per E-Mail oder SMS pflegen Clubs und Diskotheken digitale Gästedaten.“ Aktuell bereiteten sich die Betriebe auf die Sicherstellung der lückenlosen Nachverfolgung vor.

Bei der Risikoeinschätzung müsse berücksichtigt werden, dass Diskos strengen Auflagen unterlägen und hochdimensionierte Lüftungsanlagen vorhalten müssten. Zudem kämen die Gäste überwiegend aus der Region.

Die Branche werde in Kürze ein praxistaugliches Schutz- und Hygienekonzept vorlegen, heißt es weiter. Mit Gästeregistrierung über Apps, Ticketing und E-Mail, Temperaturmessung und kontinuierlicher Mitarbeiter-Testung. Lediglich eine Abstandsregelung wäre „unrealistisch“, heißt es.

„Tausende Betriebe wissen nicht, wie sie durch die Krise kommen können“, sagt Pikkemaat. „In dieser Ausnahmesituation stoßen die Einschätzungen von Herrn Söder und das Verneinen jedweder Öffnungsperspektive auf absolutes Unverständnis.“

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