Industrie

Geschäftsreisen: Umweltschutz nicht mehr nur „Nice-to-have“

Eine Studie des DRV zeigt: 56 Prozent der Unternehmen achten bei Business Trips auf die Einhaltung von ökologisch-sozialen Standards.

Der Faktor Umweltschutz rück bei Geschäftsreisen immer weiter in den Fokus. Foto: iStockphoto/Yuri_Arcurs

Jedes Jahr werden im Auftrag des Deutschen Reiseverbandes (DRV) mehr als 200 GeschäftsführerInnen und Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 MitarbeiterInnen zum Thema Geschäftsreisen befragt. Die Studie mit dem Titel „Chefsache Business Travel“ hat 2022 gezeigt: 56 Prozent der befragten Firmen berücksichtigen mittlerweile ökologisch-soziale Standards bei ihren Buchungen. Das sind nach DRV-Angaben sechs Prozentpunkte mehr als noch Anfang 2019.

In einer Mitteilung heißt es, zwei Drittel der Geschäftsreisenden seien bemüht, auf Geschäftsreisen mehrere Termine miteinander zu verbinden – ein Zuwachs von fünf Prozent.

Kosten „treten zunehmend in den Hintergrund“

„Umweltbewusstes Handeln ist kein Nice-to-have mehr; es ist eine absolute Notwendigkeit für Unternehmen“, stellt Alexander Albert dazu fest. Der Geschäftsführer von BCD Travel Germany beobachtet: „Unser Know-how, wie nachhaltiges Reisen umgesetzt werden kann, ist in allen Stadien gefragt“.

Albert zufolge spielen Kosten diesbezüglich weiterhin eine große Rolle. Diese „treten jedoch zunehmend in den Hintergrund, wenn es darum geht, das Richtige zu tun.“

Persönliche Treffen bleiben wichtig

2022 werde grundsätzlich wieder mehr gereist, heißt es, aber nicht im gleichen Ausmaß wie vor der Pandemie. 60 Prozent der Unternehmensvertreter gaben demnach an, dass in ihren Unternehmen – aus Gründen der Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz – Geschäftsreisen verstärkt durch virtuelle Meetings ersetzt werden.

Ganz auf „echte“ Treffen zu verzichten, sei jedoch keine Option: 39 Prozent sagten, dass sie vor allem beim ersten Termin, der eine Zusammenarbeit eröffnen soll, großen Wert auf ein persönliches Kennenlernen legen. Für Folgetermine machten es fast alle Befragten unter anderem davon abhängig, was sich der Geschäftspartner wünscht.

Größe der Firma als Nachhaltigkeits-Faktor

Eine weitere Erkenntnis: Je größer das Unternehmen, desto intensiver die Anstrengungen, den CO2-Abdruck zu reduzieren: Nur 47 Prozent der Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern hätten entsprechende Initiativen gestartet, aber 67 Prozent der Firmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.

Bei 38 Prozent der Unternehmen unter 500 Mitarbeitern und 61 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten gebe es Reiserichtlinien zur Nachhaltigkeit oder informelle Vorgaben, die diesem Ziel dienen, heißt es.

Reisebüro-Kunden sind nachhaltiger

Die DRV-Studie zeigt auch: Besonders ausgeprägt ist der Nachhaltigkeits-Effekt bei Firmen, die für ihre Business Trips mit Reisebüros kooperieren. Demnach spiele bei 58 Prozent der Unternehmen, die Reisen von einem spezialisierten Dienstleister organisieren lassen, Nachhaltigkeit bei der Buchung eine große Rolle. Bei den Firmen ohne professionelle Unterstützung sind es hingegen nur 47 Prozent.

Felix Hormel

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