Industrie

IG Messewesen zeichnet „Schreckensszenario“

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Website der IG Messewesen

Der Staat erlaubt wieder die Veranstaltung von Messen, aber es finden dennoch keine statt: Dies befürchtet die neugegründete IG Messewesen, ein Zusammenschluss von bislang knapp 40 Messebauern und sonstigen Dienstleistern. Denn in der Regel bräuchten Unternehmen rund sechs Monate, um einen Messeauftritt vorzubereiten – von der Planung über die Beauftragung der Dienstleister, die Buchung der Hotels, den Transport der Exponate bis hin zur Eröffnung.

„Aus unserer Sicht wird es vor 2022 keine Messen geben“, befürchtet Stefan Terkatz, Vorsitzender der Interessensgemeinschaft Messewesen (IGM) mit Sitz in Köln. „So lange halten viele von uns nicht durch.“

Die an sich erfreuliche Vorstellung einer Öffnung – setze sie doch niedrige Inzidenz-Zahlen, Reisefreiheit und gelockerte Kontaktbeschränkungen voraus – entwickle sich so für einen ganzen Berufszweig mehr und mehr zum Schreckens-Szenario: die Messebau-Unternehmen. Betriebe und Solo-Selbständige in dieser Branche plagten die gleichen Ängste, heißt es von der IGM: Der Staat erlaube die Veranstaltung von Messen wieder und streiche deshalb ihre Fördergelder und sonstigen Stützungsmaßnahmen. Aber die Aussteller verzichteten dennoch auf Messen.

Komme es in der Planungsphase zu einer Messeabsage – sei es aufgrund wieder steigender Inzidenzen oder eingeschränkter Reisefreiheit – blieben neben den Ausstellern auch die schon beauftragten Messebauer auf den Kosten sitzen, sagt Terkatz. „Um diese Risiken abzudecken, braucht es einen Ausfall-Fond.“

Ziel der Anfang 2021 gegründeten IGM ist es, die öffentliche Wahrnehmung der vielfältigen Messebranche zu erhöhen und auf die ganz besondere Notlage während der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen. Denn durch die Veranstaltungsabsagen seit dem ersten Lockdown im März 2020 haben Messebauer, Teppichleger, Caterer, Beleuchter, Werbetechniker, aber auch Spediteure, Personalvermittler oder Consultingagenturen massive Einnahmeverluste erlitten.

Aber auch nach der Corona-Krise will die IGM Sprachrohr für die Branche sein, etwa wenn es um Mitgestaltungs- und Mitsprachemodelle bei Terminplanungen von Messen gehe, um Hygienemaßnahmen, Arbeitsbedingungen oder die Kontrollen im Rahmen des Entsendegesetzes. Auch die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit, um beispielsweise zu vermeiden, Möbel oder Personal unnötig durch die Republik zu fahren, seien der IGM wichtig für den Dialog nach der Krise: „Innerhalb der Wertschöpfungskette Messewesen fühlen wir uns mit rund einer Viertelmillion Angestellten und Soloselbständigen klar unterrepräsentiert“, sagt Terkatz. „Deshalb ist es gut, dass es die IGM jetzt gibt. Wir werden der Branche Gehör verschaffen.“

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