Industrie

Klima-Offensive: Messewirtschaft steckt ambitionierte Ziele

Der Vorsatz: Klimaneutralität bis 2040. In einem Branchenpapier formuliert der AUMA einen Fahrplan in eine nachhaltige Zukunft.

Die im AUMA organisierten Veranstalter, Verbände und Gastgeber haben Ideen gebündelt, die der Branche den Weg in eine grüne Zukunkft weisen können

Die im AUMA organisierten Veranstalter, Verbände und Gastgeber haben Ideen gebündelt, die der Branche den Weg in eine grüne Zukunkft weisen können. Foto: iStockphoto/Chairat Netsawai

Die 69 Mitglieder des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (AUMA) haben sich auf ihrer Jahrestagung in Berlin eine Handvoll ehrgeiziger Ziele in puncto Klimaschutz gesetzt. Zum einen kündigt der Dachverband der deutschen Messewirtschaft in einer Mitteilung an, dass die Branche bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein werde.

Und weiter: Schon bis spätestens 2025 sollen sich die deutschen Messen zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgen, so der Vorsatz.

Geplant ist außerdem, dass die deutsche Messewirtschaft bereits ab nächstem Jahr Nachhaltigkeit zur Anforderung in Ausschreibungen mit ihren BranchenpartnerInnen machen, heißt es.

450 Millionen fürs Klima

Die grünen Ambitionen des AUMA sind anspruchsvoll und wichtig – aber auch kostspielig. Trotzdem ist man sich einig: An der Umwelt darf nicht gespart werden. Über 450 Millionen Euro wollen demnach allein die deutschen Messegesellschaften in den kommenden drei Jahren in Sanierung und Modernisierung investieren. Erwartbar seien darüber hinaus weitere Investitionen von Ausstellern, Standbauern und Dienstleistungspartnern.

Schon in den zurückliegenden zwei messelosen Jahren hätten die Messegesellschaften rund 150 Millionen Euro investiert, heißt es, unter anderem in die Modernisierung der Hallenbeleuchtung und den Ausbau der E-Mobilität.

Messen sind Teil der Lösung

„Messen sind Teil der Lösung auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft“, ist Philip Harting überzeugt. Der AUMA-Chef gibt der jüngsten Nachhaltigkeitsoffensive den Grundsatz: „Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren“. In Messen sieht er Treffpunkte von Problemlösern, so Harting – das will man sich jetzt zunutze machen.

Weiterer Inhalt der Branchenvereinbarung: Im Messestandbau soll künftig ein Portfolio für nachhaltige Stände zur Verfügung stehen. Auch soll ein Anreizsystem für Aussteller erarbeitet werden, sich für mehrfach verwendbare Stände zu entscheiden.

Zahlreiche Tools können zum Einsatz kommen

Zu den Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, zählen: Der sparsame Einsatz von Wasser, die weitere Begrünung der Messegelände, die Verringerung von CO2-Emissionen durch die Bündelung der Messelogistik, verbesserte An- und Abreisemöglichkeiten mit dem öffentlichen Personenverkehr zu Messen, ein größeres Angebot an Bio-Produkten im Catering und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

Die Zielvereinbarung sei unter AUMA-Leitung bereits seit Herbst 2021 mit über 30 Fachleuten aus Messegesellschaften und Verbänden erarbeitet worden. Das Branchenpapier baue auf Ergebnissen mehrerer Workshops und Mitgliederbefragungen auf, heißt es. Demnach habe der Vorstand des AUMA das Papier einstimmig beschlossen.

Weitere Infos finden Sie hier.

Felix Hormel

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