Industrie

Proske benennt Risiken des Brexit für Meetings

// jb

Die Veranstaltungsagentur Proske geht davon aus, dass vom Brexit am 29. März der Bereich Meetings & Events und die damit verbundenen Geschäftsreisen besonders betroffen sein werden. Auch wenn langfristig sicher neue Regelungen für Klarheit sorgen werden, werde es kurz- und mittelfristig besonders bei einem ungeregelten Brexit Probleme geben, ist Markus Struppler, Geschäftsführer der Proske GmbH, überzeugt.
Proske benennt die kritischen Punkte wie folgt:

- Dienstleistungsverträge: Verträge zwischen Unternehmen unterliegen in der Regel einem vertraglich vereinbarten Gerichtsstand und sind somit nicht automatisch vom Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union betroffen. Die Auslegung bestehender und zukünftiger Verträge ist grundsätzlich einzelfallabhängig. Es besteht allerdings das Risiko, dass Dienstleister aufgrund von Behinderungen im Waren- und Personenverkehr ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllen können.

- Projekt-Logistik: Die größten aus dem Brexit resultierenden Risiken für Unternehmen werden für die Logistik befürchtet. Wenn Waren und Material etwa für die Durchführung von Messen, Kongressen und anderen Firmenveranstaltungen zu transportieren sind, sind neue Zollbestimmungen zu beachten. Behinderungen bei der Einfuhr aus oder nach Großbritannien sind einzuplanen. 

- Einreiseregeln: Hier sind kaum Änderungen zu erwarten. Da das Vereinigte Königreich nicht zum Schengen-Raum gehört, wurde auch bislang von Einreisenden der Personalausweis oder Reisepass verlangt. Es ist kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten, dass EU-Bürger Visa beantragen müssen – zumindest nicht bei einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen. Unklar ist allerdings, ob und in welchem Ausmaß Dienstleistungen im Rahmen von Messen, Kongressen und anderen Veranstaltungen aus Großbritannien in der Europäischen Union oder umgekehrt getätigt werden dürfen.

- Flugverkehr:  Ein ungeregelter Brexit würde bedeuten, dass viele Aspekte neu verhandelt werden müssen.  Das reicht von Sicherheitsbestimmungen bis hin zu Flugstrecken und Rechten für Airlines. Insbesondere britische Luftlinien könnten durch den Austritt massiv beeinträchtigt werden, da ihnen nicht mehr automatisch die Rechte von EU-Airlines zugestanden werden. Eine Verknappung des Angebots kann für Geschäftsreisende, Teilnehmer von Veranstaltungen und Dienstleister negative Auswirkungen haben. 

- Krankenversicherung: Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card - EHIC) erhalten gesetzlich Krankenversicherte innerhalb der EU und in einigen weiteren europäischen Staaten medizinische Leistungen. Im Falle eines ungeregelten Brexits würde sie nach heutigem Stand ihre Gültigkeit verlieren. Geschäftsreisende sollten ihren Krankenversicherungsschutz überprüfen und im Zweifel eine private Auslandsversicherung abschließen.

- Währungsschwankungen: Da Großbritannien kein Mitglied der Eurozone ist, hat der Austritt keine direkten Auswirkungen auf den Wechselkurs. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten und damit verbundenem Konjunkturrückgang könnten stärkere Schwankungen im Verhältnis zwischen Euro und dem Britischen Pfund auftreten. Unsicherheiten im Wechselkurs behindern in jedem Fall die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der Europäischen Union und Großbritanniens.

- Mobilfunk: Im Rahmen des Brexit sind britische Mobilfunkbetreiber nicht mehr an die Vorgaben der Regulierungsbehörde gebunden. Reisende müssten nach dem Austritt mit wesentlich höheren Gebühren für Handytelefonate rechnen. Bislang ist noch nicht bekannt, wie sich britische Anbieter hier positionieren werden.

- Datenschutz: Die EU-DSGVO regelt den Schutz personenbezogener Daten umfassend  -dabei sorgt sie für Transparenz über die Frage, was erlaubt ist. Aus EU-Sicht wird Großbritannien zu einem Drittland. Der Transfer von Daten dorthin ist laut DSGVO grundsätzlich verboten. Organisatoren von Firmenveranstaltungen müssen hier ihre Vereinbarungen mit den Teilnehmern entsprechend anpassen.

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