Industrie

Übernachtungen sinken auf historischen Tiefstand

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Die Übernachtungszahlen des Statistischen Bundesamtes; Foto: Website

Dehoga-Präsident Guido Zöllick; Foto: Dehoga

Nach zehn Wachstumsjahren sind die Übernachtungszahlen in Deutschland 2020 dramatisch eingebrochen. Das ist laut Dehoga ein historischer Tiefstand seit dem Vorliegen erster gesamtdeutscher Ergebnisse im Jahr 1992.

Insgesamt hat das Statistische Bundesamt vergangenes Jahr 302,3 Millionen Übernachtungen gezählt, 39 Prozent weniger als im Vorjahr. Von diesen kamen 270,3 Millionen auf Übernachtungen aus dem Inland, ein Minus von 33,4 Prozent. Noch gravierender war der Rückgang bei den ausländischen Gästen: 32,0 Millionen Übernachtungen bedeuten hier ein Minus von 64,4 Prozent.

„Der Lockdown im Frühjahr brachte den Inlandstourismus zum Erliegen. Geschäftsreisen fanden so gut wie nicht mehr statt“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Auch nach der Wiedereröffnung sei das Geschäft aufgrund von Abstandsgeboten, Kapazitätsbegrenzungen und Reisebeschränkungen nur gebremst gelaufen. Die massiven Verluste hätten sich auch nicht durch eine mancherorts gute Sommersaison kompensieren lassen.

Mit dem neuerlichen Lockdown konnten im November 2020 nur 9,1 Millionen Übernachtungen verbucht werden, 72,1 Prozent weniger als im November 2019. Im Dezember sah es mit 6,7 Millionen Übernachtungen (minus 78,4 Prozent) ähnlich aus. Im Dezember ist auch die Zahl der geöffneten Betriebe weiter zurückgegangen. Rund 60 Prozent beziehungsweise 31.000 der 52.200 statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe waren geöffnet. Im November 2020 waren es noch 38.800.

„Das Geschäft mit den wenigen Übernachtungen der Geschäftsreisenden deckt kaum die Kosten für das Offenhalten“, sagt Zöllick und drängt auf die Auszahlung der staatlichen Hilfen und auf Perspektiven. Drei Viertel der Hotels und Restaurants bangen laut einer Dehoga-Umfrage vom Januar um ihre Existenz.

Für einen erfolgreichen Re-Start hat der Dehoga Leitlinien unter dem Titel „Gastgewerbe verantwortlich wiederhochfahren“ vorgelegt. Hotels und Restaurants hätten bereits im Frühjahr in strikte Hygiene- und Schutzkonzepte investiert und seien auch laut RKI keine Pandemietreiber. Zöllick: „Es geht um die wirtschaftliche Existenz der Unternehmer und die Rettung Hunderttausender Arbeitsplätze. Zudem geht es auch um den Erhalt ganzer touristischer und gastronomischer Strukturen.“ Dabei habe das Gastgewerbe nicht nur eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, sondern sei von großer gesellschaftlicher Relevanz.

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