Industrie

Veranstaltungsbranche: „Es bleibt spannend“

Die Liste der Herausforderung wird eher größer als kleiner. Der EVVC fordert, gemeinschaftlich nach Lösungen zu suchen.

Gaben die Impulse beim Workshop in Jena: Ilona Jarabek (EVVC), Matthias Schultze (German Convention Bureau) und Carsten Müller von Jena Kultur (rechts). Foto: mg

Die schlimmste Phase der Corona-Krise dürfte vorüber sein. Doch mit der früheren Normalität sind die Zeiten nicht annähernd vergleichbar, die Fülle der Herausforderungen nimmt eher zu. Dies ist das Fazit eines Workshops während des Pre-Openings des Volkshauses Jena am Donnerstag vergangener Woche.

Personalmangel, Kosten, Planbarkeit

Corona-Sorgen und Personalmangel, fehlende Planbarkeit und die Kurzfristigkeit von Buchungen, gestiegene Kosten und zunehmender Technikbedarf durch hybride Events, überlastete Technik-Anbieter und Probleme beim Catering – die Liste der Herausforderungen ist enorm. Es klang deshalb ein wenig sarkastisch, als Randolf Margull, Geschäftsführer des Technologie- und Innovationsparks Jena, anmerkte: „Die nächsten zwei bis drei Jahre werden spannend.“

Menschen wollen Live-Events

Es gebe jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Man müsse und werde mit neuen Formaten arbeiten und sich den Herausforderungen stellen. Zumal eine Nach-Corona-Erkenntnis bereits stehe: „Die Menschen wollen Live-Events vor Ort, Präsenzveranstaltungen werden langfristig bleiben“, so Margull.

Davon sind auch andere Branchenexperten überzeugt, darunter Carsten Müller von Jena Kultur. Allerdings würden sich die Anforderungen an Präsenzveranstaltungen verändern. „Der emotionale Aspekt wird wichtiger“, sieht Müller einen wichtigen Punkt, mit dem sich Vor-Ort-Events zum Beispiel von Online-Kongressen abheben müssten.

Digitalisierung verändert die Menschen

Für Matthias Schultze, Geschäftsführer des German Convention Bureaus, ist eine der draus resultierenden Fragen, wie sich Veranstaltungsstätten sowie das Prozedere im Vor- und Nachfeld einer Veranstaltung verändern müssen. Die Ausgangssituation sei klar: „Wenn die Welt digitaler wird, verändert sich auch die Art, wie wir uns treffen“, so Schultze während eines Workshops in Volkshaus Jena.

Aus Sicht von Ilona Jarabek, Präsidentin des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren (EVVC), muss die Branche in der aktuellen Situation enger zusammenarbeiten. Herausforderungen wie der Personalmangel seien gar nicht neu, zurzeit aber „besonders akut“. Es müsse „gemeinschaftlich“ nach Lösungen gesucht werden.

Wie der EVVC beim Thema Corona politisch Druck macht, lesen Sie in einem weiteren Bericht vom Volkshaus-Pre-Opening in Jena. Wie die Verbände der Hotellerie und Gastronomie aus Deutschland, Südtirol, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz die Lage einschätzen, lesen Sie hier.
 

Matthias Gürtler

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