Studie: Jeder vierte deutsche Reisende fühlt sich offline unsicher

Dienstag, 18.08.2026

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Eine internationale Befragung zeigt, wie abhängig Reisende von mobilen Daten sind. In Deutschland gaben 24 Prozent der international Reisenden an, sich ohne Internetverbindung im Ausland unsicher zu fühlen. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf eine oft unterschätzte Stellschraube in der Teilnehmendenbetreuung bei internationalen Kongressen und Geschäftsreisen.
Geschäftsreisender mit Rollkoffer

Jeder vierte Deutsche fühlt sich im Ausland unsicher. Foto: Tijana Simic/iStock

Für die Studie, die zwischen dem 26. März und dem 6. April 2026 über Cint-Panels durchgeführt wurde, wurden insgesamt 7.861 Personen in acht Ländern befragt. Die Ergebnisse zum Sicherheitsgefühl ohne Mobildaten beziehen sich auf 4.732 Befragte, die in den vergangenen zwei Jahren international gereist sind, darunter 657 in Deutschland. Auftraggeber ist der eSIM-Anbieter Saily.

Mobile Daten: vom Komfort- zum Sicherheitsfaktor

Während 24 Prozent der deutschen Befragten angaben, sich ohne mobile Daten unsicher zu fühlen, lag der Durchschnitt aller acht untersuchten Länder bei 29 Prozent. Die größten Bedenken zeigten sich in Italien (46 Prozent) und Spanien (41 Prozent) – beides Länder, die zu den wichtigsten Destinationen für internationale Kongresse und Incentives zählen. Am entspanntesten reagierten US-amerikanische Reisende mit nur 19 Prozent.

„Mobildaten waren für Reisende früher ein reiner Komfort-Faktor. Heute sind sie das Mittel, um sich in fremden Umgebungen zurechtzufinden, auf Reservierungen und Tickets zuzugreifen, Übersetzungen abzurufen, Familienmitglieder zu kontaktieren oder ein Transportmittel zu bestellen“, sagt Vykintas Maknickas, CEO bei Saily.

Konnektivität als Teil der Gastgeberrolle

Wer internationale TeilnehmerInnen zu Tagungen oder Incentives einlädt, kennt das Thema WLAN am Veranstaltungsort. Doch die Studie lenkt den Blick auf einen blinden Fleck: Auch der Weg vom Flughafen zum Hotel und zur Venue gehört zum Reiseerlebnis – und genau dort fehlt oft die Verbindung. Gerade Gäste aus südeuropäischen Märkten empfinden das Fehlen mobiler Daten überdurchschnittlich häufig als belastend. Hinweise zur Konnektivität bereits in der Einladungskommunikation mitzuliefern, könnte das Ankommen in einer fremden Stadt deutlich erleichtern.

Jüngere und Frauen empfinden stärkere Unsicherheit

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht. Jüngere Reisende fühlten sich ohne Internet eher unsicher, während die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen am gelassensten reagierte. Diese Generation ist möglicherweise stärker mit analogen Alternativen wie ausgedruckten Wegbeschreibungen oder physischen Tickets vertraut.

Frauen gaben signifikant häufiger als Männer an, sich ohne Internetzugang im Ausland unsicher zu fühlen. Die Möglichkeit, eine Route zu verfolgen, den eigenen Standort zu teilen oder sich über eine unbekannte Gegend zu informieren, vermittelt offenbar ein zusätzliches Sicherheitsgefühl – besonders bei Alleinreisenden. Veranstaltende, die Diversity- und Inklusionsstandards in der Betreuung verfolgen, finden hier einen konkreten Ansatzpunkt.

Einkommen beeinflusst das Sicherheitsempfinden

Befragte mit geringerem Einkommen fühlten sich ohne Mobildaten eher unsicher. Reisende mit höherem Einkommen verfügen laut Studie häufiger über Alternativen wie internationales Roaming, Hoteltransfers oder mehrere vernetzte Geräte. Für Geschäftsreiseprogramme lässt sich daraus ableiten, dass nicht alle Reisenden gleichermaßen ausgestattet unterwegs sind – ein Aspekt, den Travel-ManagerInnen bei der Reiserichtlinie berücksichtigen können.

Vorbereitung schafft Sicherheit

Die Studie nennt mehrere praktische Maßnahmen: Offline-Karten vorab herunterladen, Buchungsdetails und Tickets lokal auf dem Gerät speichern, Screenshots wichtiger Informationen erstellen sowie mobile Daten oder eine eSIM bereits vor Reiseantritt einrichten, statt sich bei der Ankunft auf Flughafen- oder Hotel-WLAN zu verlassen. Bei Gruppenreisen empfiehlt sich zudem ein vereinbarter Treffpunkt für den Fall eines Verbindungsausfalls. Ein simpler Tipp, der sich auch bei Rahmenprogrammen und Offsite-Formaten bewährt.

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