Welcher Flughafen will das Fliegen nachhaltiger machen?

Flughafen Stuttgart. Photo: Flughafen Stuttgart GmbH Maks Richter

Die Antwort ist Stuttgart. Ab Juli gelten am Stuttgarter Flughafen neue Gebühren, die Airlines für ihre Starts und Landungen zahlen müssen. Dabei geht es aber nicht nur um eine neue Preistabelle, sondern um einen weiteren Schritt zu mehr Nachhaltigkeit im Flugverkehr.

Denn leise Flugzeuge werden künftig günstiger, laute deutlich teurer. Nach 22 Uhr steigen die lärmabhängigen Landeentgelte auf mindestens das Doppelte. Alternative Treibstoffe werden gefördert, und Elektroflieger dürfen sogar ein Jahr lang kostenlos starten und landen.

Stuttgart sei damit der erste deutsche Flughafen, der über die Entgeltordnung den Einsatz von alternativem Kerosin und elektrischem Fliegen fördere, sagt Geschäftsführerin Arina Freitag. Gleichzeitig schafft der Flughafen finanzielle Anreize für die Aufnahme neuer Strecken und gut ausgelastete Maschinen.

Denn Ökologie und Ökonomie sollen beim Thema Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. „Damit die Region auch künftig wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir weiter an unserem Mobilitätsangebot arbeiten“, sagt Walter Schoefer, Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung. Gleichzeitig müsse das Fliegen aber auch „so schnell wie möglich klimafreundlicher werden“.

Zu den neuen Zielen des aktuellen Sommerflugplans gehören etwa die lettische Hauptstadt Riga, die viermal pro Woche von Air Baltic angeflogen wird, oder Beirut, das Sun Express erstmals ab Stuttgart bedient. Neu im Stuttgarter Flugplan finden sich auch Diyarbakir und Konya in der Türkei.

Insgesamt fliegen nach Stuttgart 43 Airlines aus 37 Ländern und 127 Städten. Aufgestockt wurden die Routen nach Lyon, Zürich und Lissabon. Asienziele wie Tokio, Hongkong oder Shanghai sind leicht mit Aeroflot über Moskau erreichbar.

Übrigens: Bereits seit 2011 kooperiert der Stuttgarter Flughafen mit dem Kompensationsanbieter Atmosfair, über den Passagiere ihre verursachten Emissionen ausgleichen können. Seit 2013 gilt für alle Firmen der Flughafengesellschaft der „Fairport-Kodex“, der diese zum nachhaltigeren Wirtschaften verpflichtet.