Wo lassen sich Events nachhaltig und regional gestalten?

Photo: Markus Schwarz

WIN Charta Siegel

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Die Antwort ist Stuttgart – genauer Leinfelden-Echterdingen. Die dortige FILDERHALLE hat sich nachhaltiges Wirtschaften groß auf die Fahnen geschrieben. Bereits im Jahr 2012 hat sich die Kongresshalle durch das internationale Umweltmanagementsystem Green Globe zertifiziert. Seit September 2018 ist sie Mitglied der regionalen WIN Charta. Die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) ist eine Initiative innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg.

Mit dem Beitritt zur WIN Charta verpflichtet sich die FILDERHALLE zur unternehmerischen Verantwortung für Nachhaltigkeit – in den eigenen Prozessen ebenso wie bei der Durchführung von Veranstaltungen.

Bereits umgesetzt und geplant wird hierzu eine ganze Reihe an Maßnahmen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung. So soll etwa die Kommunikation – intern und auf Veranstaltungen – künftig möglichst papierlos erfolgen. Dazu gibt es seit kurzem 25 Monitore an zentralen Stellen wie Saaltüren, Foyer und mobilen Stationen, die zentral und individuell mit verschiedenen Themen bespielt werden können. Ausgedruckte Beschilderungen oder Menükarten werden so eingespart.

Komplett auf LED umgerüstet wird nach und nach die Hallenbeleuchtung. Und in der hauseigenen Tiefgarage soll es mittelfristig Parkplätze zum Laden von Elektrofahrzeugen geben.

Das vielleicht größte Potential zur Veränderung aber sieht man bei der Filderhalle im Catering. Der Fokus beim Einkauf von Food&Beverage werde künftig auf saisonale und vor allem regionale Produkte gelegt, heißt es. Ziel sei ein durchgängiges Angebot an regionalen, möglichst biologisch erzeugten Lebensmitteln.

Auch Abfall gilt es beim Catering zu vermeiden. Die frühere Portionsmilch in Plastikverpackungen ist bereits abgeschafft worden. Stattdessen wurden selbstkühlende Milchzapfstellen installiert, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Auch Kaffee wird bereits zu hundert Prozent Bio und Fair Trade eingekauft.  

Positive Effekte sieht man auch durch die Digitalisierung. Das „hervorragend ausgebaute“ WLAN etwa biete beste Voraussetzungen für „Hybride Kongresse“, bei denen nicht mehr alle Teilnehmer physisch vor Ort sein müssten.

Was sich teilweise vielleicht wie einfach umzusetzende Maßnahmen anhöre, werde in der Praxis oft zur Herausforderung, erläutert Nils Jakoby, Geschäftsführer der FILDERHALLE – wegen hoher Kosten, neuer Arbeitsabläufe oder auch dem Schulungsbedarf der Mitarbeiter. Dennoch werde man den Weg des nachhaltigen Wirtschaftens konsequent weitergehen.