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20.12.2012
08:00

Michel Maugé geht in Ruhestand

Mannheim. Nach 23 Jahren an der Spitze des Mannheimer Rosengartens geht Michel Maugé am Ende des Jahres in Ruhestand. Der heute 65-Jährige machte aus einem Sanierungsfall eines der erfolgreichsten Kongresszentren Deutschlands. Gleichzeitig gestaltete er die Betreibergesellschaft, die m:con – mannheim:congress GmbH, zu einer modernen Full-Service-Agentur, die bundesweit erfolgreich ist.

„Der Rosengarten war mein Leben. Ich hatte die Chance, Ideen und Visionen nicht nur zu säen, sondern auch zu verwirklichen und die Früchte zu ernten. Das kommt in einem Managerleben heute nur noch selten vor. Dafür bin ich der Stadt Mannheim und den Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Gerhard Widder, Bürgermeister Rolf Schmidt und Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz dankbar“, sagt m:con Geschäftsführer Michel Maugé anlässlich seines bevorstehenden Abschieds. Maugé blickt auf ereignisreiche Jahre zurück, in denen er den Rosengarten – der Ende der Achtzigerjahre nur als Konzert- und Stadthalle einen Namen hatte – als Kongresszentrum von internationaler Bedeutung etablieren konnte.

Umsatzstarkes Kongresszentrum

Seine Karriere in Mannheim begann am 1. Januar 1989 als Abteilungsleiter Kongress- und Veranstaltungszentrum Rosengarten beim Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim. Mit Gründung der Mannheim Kongress und Touristik GmbH (MKT) als hundertprozentige Tochter der Stadt Mannheim Beteiligungsgesellschaft mbH wurde Michel Maugé zum 1. Januar 1991 zu deren Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsleitung ernannt. „Gemeinsam mit den Mitarbeitern habe ich aus einem kurz vor der Schließung stehenden Saalgebäude eines der erfolgreichsten und innovativsten Kongresszentren Europas entwickelt. Darauf können wir alle stolz sein, denn nur wenige in der Stadt, inklusive der vielen Berater, hatten damals unsere Vision geteilt.“ Das Unternehmen m:con verzeichnete 2011 Jahr einen Gesamtumsatz von 21,8 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es lediglich 7,5 Millionen Euro. Alleine auf das CC Rosengarten entfiel 2011 ein Umsatz von 15,5 Millionen Euro, nach dem ICC Berlin ist es damit das umsatzstärkste Kongresszentrum Deutschlands.

Ausbau von 2007 war notwendig

m:con konnte deshalb wachsen, weil stetig in Infrastruktur und Technik des Rosengartens investiert wurde. Michel Maugés größtes Projekt war der Ausbau im Jahr 2007. Die Erweiterung der Kapazitäten von 12.000 auf 22.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche ist nach seiner Ansicht die Grundlage für den anhaltenden Erfolg. Denn ohne die neuen Räumlichkeiten wären Großveranstaltungen wie die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie mit 8.000 Teilnehmern schon längst nicht mehr in Mannheim, ist sich Michel Maugé sicher.

Der Grundstein, dass die m:con Führung die wichtigen Modernisierungsmaßnahmen im Rosengarten umsetzen konnte, wurde 1991 gelegt, als das Eigentum an dem maroden Bau von der Stadt an das Unternehmen überging. „Es war eigentlich eine hervorragende Idee des damaligen Kämmerers und Ersten Bürgermeisters Dr. Norbert Egger. Damit hatte die Stadtverwaltung eine große Sorge weniger“, sagt Michel Maugé, verschweigt aber auch die Probleme bei der Finanzierung nicht: „m:con musste 1991 den ersten Millionenkredit zur Zahlung der Grunderwerbsteuer aufnehmen und hat bis heute, sicherlich zum Teil mit Sanierungsmitteln des Landes Baden-Württemberg und der Stadt, aber zum größten Teil über Kredite, mehr als 130 Millionen Euro in das Zentrum investiert.“

Schwierige Finanzierung

Dabei gesteht er ein: „Wir hätten mit unserem Gesellschafter, der Stadt, und dem Rat die Finanzierung des Ausbaus auf andere Beine stellen müssen, als den für die Politik einfachen und dem politischen System immanenten Weg der Fremdfinanzierung zu gehen“, blickt Michel Maugé zurück. „Wir wären, was unsere betriebswirtschaftlichen Ergebnisse betrifft, ein ganzes Stück weiter, wenn die Stadt sich an den Baukosten mit einer tatsächlichen Einlage beteiligt hätte.“ Hier habe leider ein Stück weit der Glaube an den Erfolg gefehlt, so der scheidende Geschäftsführer. „Zu meiner großen Freude hatten die damaligen Landesregierungen unter den Ministerpräsidenten Teufel und Oettinger eine andere Sicht“, lobt der 65-Jährige hingegen den damaligen Rückhalt aus Stuttgart.

Mannheim heute auf Augenhöhe mit Berlin

„Mannheim ist mit Kongressdestinationen wie Berlin, Wien oder Frankfurt auf Augenhöhe, obwohl die Stadt verglichen mit diesen Metropolen eher unbekannt ist“, meint Michel Maugé. Einen Grund für den Erfolg von m:con sieht er in der Fähigkeit, Trends frühzeitig zu erkennen und schnell passende Lösungen auf den Markt zu bringen. Zum Beispiel beim Organisationsgeschäft. Das Unternehmen war Mitte der Neunzigerjahre das erste Kongresszentrum der Branche, das Vollorganisation für Kongresse anbot. Daneben stärke die konsequente Ausrichtung auf exzellenten Service das Profil des Mannheimer Unternehmens, so Michel Maugé.

Zukunft abseits der Öffentlichkeit

Michel Maugé war stets ein wichtiger Impulsgeber für Mannheim und die ganze Branche, der aufrüttelte und mit unkonventionellen Ansichten auch aneckte. „Der bevorstehende Ruhestand ist Anlass, zurückzuschauen, gleichzeitig aber auch der Anfang, das erworbene Wissen an die junge Generationen weiter zu geben“, verspricht Michel Maugé.

Seine Zukunft sieht er jedoch abseits des großen Rampenlichts. „Das Ende bei m:con ist gleichzeitig der Anfang, nicht nur eines neuen Lebensabschnittes, sondern auch neuer interessanter Aufgaben. Aufgaben die nicht mehr in der Öffentlichkeit und in den Medien stehen“, so der Rosengarten-Chef. „Darauf freue ich mich. Ich freue mich auch, meinen Söhnen, die in der Tat viel zu oft auf ihren Vater verzichten mussten, bei ihrer erfolgreich aufgebauten Firma gelegentlich hilfreich zur Seite stehen zu können.“

www.mcon-mannheim.de

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