Vom Plenarsaal aufs Flussschiff

Dienstag, 06.10.2026

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37 Aussteller und 53 Eventplanerinnen kamen letzte Woche zur MICE Boat Show an Bord der Connect in Maastricht zusammen. Der vorgeschaltete Fam Trip führte zu Tagungslocations in Bonn, Siegburg und Königswinter.

Liegeplatz an der Maas statt am Rhein: Die Connect war Veranstaltungsort der MICE Boat Show 2026. Foto: cp

Räume kann man ausmessen, bebildern, in Quadratmetern anbieten. Was sie taugen, zeigt sich trotzdem erst, wenn man darin steht. Auf dieser Reise reichte die Spanne vom Saal, in dem der Bundestag tagte, bis zu einem Schiff, das es vor einem halben Jahr noch nicht gab.

Zwei Tage vor der Boat Show begann das Programm in Bonn. Illerhaus Marketing und das BonnRegion Convention Bureau hatten zum Fam Trip geladen, zu Hotels, Veranstaltungszentren und jenen Gebäuden, in denen einst die Bonner Republik regiert wurde.

Den Auftakt machte das Kameha Grand Bonn, unmittelbar am Rhein. Hier gibt es reichlich Platz für Events aller Art: Die Räume Kameha Green und Kameha Spirit lassen sich zu 240 Quadratmetern für mittlere Formate zusammenlegen, der Kameha Dome fasst auf 1.330 Quadratmetern den großen Auftritt. Auf dem Dach liegen Terrasse und Infinity-Pool mit Blick aufs Wasser.

Die zweite Station des Tages war zugleich das Abendprogramm: das GOP Varieté-Theater Bonn. Internationale ArtistInnen standen auf der Bühne, dazu wurde gemeinsam gegessen – was gleich vorführte, wie sich das Haus für Firmenevents nutzen lässt: Dinner und Show kombinierbar, exklusive Anmietung möglich, und selbst die Länge der Vorstellung, so hieß es, anpassbar.

Das Theater steht dabei nicht allein. Mit dem World Conference Center Bonn, dem Radisson Blu Hotel Bonn und dem GOP liegen Kongresszentrum, Hotel und Abendunterhaltung im Bundesviertel direkt beieinander – eine Konstellation, die Budget und Zeitplan entlastet, weil Shuttles entfallen und sich Programmpunkte ohne Wegezeiten aneinanderreihen lassen. Das Radisson steuert die Betten, und bei Bedarf vier Tagungsräume bei, dazu die Konrad’s Skybar im 17. Stock, in der die Gruppe den Tag beschloss: Rhein zu Füßen, Siebengebirge am Horizont.

Siegburgs unerwartete Seiten

Der zweite Tag begann hoch über der Stadt. Auf dem Michaelsberg residiert das Katholisch-Soziale Institut in einer ehemaligen Benediktinerabtei, der ein moderner Bau zur Seite gestellt wurde. Dieses Nebeneinander prägt das Haus: Die elf Seminarräume in der Abtei geben ihm seinen Charakter, die vier Foren im Anbau bieten Technik und Zuschnitt für größere Runden, das größte für bis zu 200 Personen. Mit 117 Zimmern trägt das KSI auch Formate über mehrere Tage.

Einen kurzen Fußweg entfernt steht das RHEIN SIEG FORUM, das als frühere Rhein-Sieg-Halle durch seinen Erweiterungsbau an Spielraum gewonnen hat. Zwei wandelbare Säle, sechs Konferenzräume und weite Foyers lassen sich zu Programmen mit parallelen Arbeitsgruppen oder begleitender Ausstellung verschalten, ein begrünter Patio dient als Pausenfläche.

Eine echte Überraschung verbarg sich hinter einer Fassade, an der man achtlos vorübergehen könnte. Im familiengeführten Kranz Parkhotel fällt auf, mit welcher Sorgfalt die Innenräume gestaltet sind – vom Licht bis zu den modularen Veranstaltungsflächen, von denen sich fünf zum 350 Quadratmeter großen Saal Humperdinck fügen. Beim Mittagessen zeigte sich, dass die Küche über Tagungsstandard hinausgeht. Dazu kommt ein Argument, das bei überregionalen Veranstaltungen zählt: Der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn liegt wenige Minuten zu Fuß entfernt.

Räume mit Vergangenheit

Die Fam-Trip-Gruppe im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags, heute Teil des World Conference Center Bonn. Foto: ILLERHAUS Marketing

In Königswinter bestimmte die Geschichte den Besuch. Vom Steigenberger Icon Grandhotel & Spa Petersberg reicht der Blick weit über das Rheintal, und im Inneren sind die Jahre als Gästehaus des Bundes präsent: Die Nelson’s Bar erinnert an Nelson Mandela, im Salon Konrad Adenauer wurde 1949 das Petersberger Abkommen unterzeichnet. Zugleich arbeitet der Petersberg als Veranstaltungsort der Gegenwart, mit Räumen für kleine Runden ebenso wie für Events mit bis zu 500 Gästen.

Zurück in Bonn klang der Abend mit einem Konzert in der sanierten Beethovenhalle aus. Der stärkste Moment kam am folgenden Vormittag im World Conference Center Bonn. Im modernen Hauptgebäude fassen die Säle New York und Genf zusammen bis zu 3.540 Personen – entscheidend aber war der ehemalige Plenarsaal des Bundestags, in dem heute bis zu 1.230 Gäste in Reihenbestuhlung Platz finden.

Dort traten die Zahlen für einen Augenblick zurück. Gabi Schares von Event Impuls formulierte im Plenarsaal, warum Fam Trips sich rechnen: Erst vor Ort stelle sich ein Gefühl für einen Raum ein, das kein Foto und kein Video ersetzen könne. Der anschließende Gang durch die Villa Hammerschmidt, den Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten, bestätigte das.

Umweg nach Maastricht

Von Bonn aus ging es weiter zur Boat Show – und zwar deutlich weiter als geplant. Der Rhein führte zu wenig Wasser, der Liegeplatz in Köln fiel aus, und so verschob sich die Veranstaltung um einige Dutzend Kilometer nach Westen, nach Maastricht. Die Anreise wurde länger; der Stimmung an Bord tat das keinen Abbruch.

Nach der Ankunft bezogen die Gäste ihre Kabinen, eine kurze Führung zeigte das Schiff, danach gehörte der Tag dem Networking: Aussteller und PlanerInnen kamen miteinander ins Gespräch, beim Abendessen ging es weiter, zum Abschluss wurden Preise verlost. Mehrere PlanerInnen hoben hervor, wie organisch sich die Gespräche ergaben – kein Anstehen, bis ein Aussteller frei wurde, sondern ein Austausch, der von selbst weiterlief. Auf Netzwerkveranstaltungen ist das keine Selbstverständlichkeit.

Das zweigeschossige Auditorium der Connect – die Boat Show war das erste Netzwerktreffen an Bord. Foto: ILLERHAUS Marketing | Fotograf: Alexander Böhm von Be.a.Star-Productions GmbH

Transcend Cruises hat die erst im Sommer 2026 getaufte Connect für den Vollcharter durch Unternehmen und Gruppen entwickelt: 60 Kabinen, ein Auditorium über zwei Geschosse, dazu weitere Eventflächen. Die Boat Show war, so hieß es vor Ort, das erste Netzwerktreffen an Bord – die Gäste lernten eine Eventlocation also nicht aus dem Datenblatt kennen, sondern im Betrieb.

Stefanie Schmied von Verla-Pharm brauchte für ihr Fazit keine zwei Sätze: „Für mich war es eins der schönsten Events überhaupt. Gute Gespräche und ein total familiäres Miteinander.“

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