Design Matters – und Begegnungen auch

Donnerstag, 23.07.2026

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Die IMEX Frankfurt 2026 war größer denn je: Über 13.000 Teilnehmer­Innen trafen sich drei Tage lang, um Geschäfte zu machen, Ideen auszu­tauschen und alte Bekannte zu treffen. Die Stimmung: optimistisch, trotz allem.
Ein belebtes Foyer auf der Messe IMEX in Frankfurt am Main. Im Vordergrund steht eine große Informationssäule mit Wegweisern zu den Hallen 8.0 und 9.0. Im Hintergrund sieht man zahlreiche Messebesucher in Business-Kleidung, die vor großen, bunten 3D-Buchstaben des IMEX-Logos stehen oder daran vorbeigehen.

Foto: IMEX

Zwischen vollen Gängen, ausgebuchten Meeting-Kalendern und Diskussionen über die Zukunft der Branche wurde schnell klar: Die internationale Business-Events-Industrie blickt weiterhin nach vorne. Fast 3.000 Unternehmen präsentierten sich auf der Messe, viele mit deutlich mehr Platz als im Vorjahr. Afrika, Lateinamerika und Asien bauten ihre Präsenz massiv aus. Angola, Mauritius, São Paulo und Usbekistan waren zum ersten Mal dabei, während Japan, Malaysia und Singapur ihre Stände vergrößerten. Auch aus dem Nahen Osten kamen starke Signale: Abu Dhabi, Ajman, Dubai, Oman, Katar und Ras Al-Khaimah waren mit dabei, ein Vertreter des UAE-Ministeriums ebenfalls.

Dass der persönliche Austausch nach wie vor Gold wert ist, zeigte sich auch in den Zahlen: 73.000 vorab geplante Meetings, davon 63.500 Eins-zu-eins-Gespräche. Drei Tage lang summte es auf der Messe. Über 4.000 Buyer aus mehr als 80 Ländern hatten sich registriert, die meisten als Hosted Buyer. Die Nachfrage war bereits im Vorfeld so hoch, dass die Registrierungszahlen über dem Vorjahresniveau lagen. „Die Dynamik, die wir bereits im Vorfeld der Messe erlebt haben, zeigt eine Branche, die widerstandsfähig, global vernetzt und entschlossen ist, ihr Geschäft trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und geopolitischer Unsicherheiten weiter voranzutreiben“, betonte IMEX-CEO Carina Bauer.

Design als roter Faden

„Design Matters“ war das große Thema, das sich durch die gesamte Messe zog. Nicht nur als Schlagwort, sondern ganz konkret. Die Halle 9 wurde neu gestaltet und präsentierte sich als zentraler Treffpunkt mit einem Inspiration Hub, in dem die meisten der über 200 Bildungssessions stattfanden, sowie den drei neuen Theatern Flow, Rise und Evolve, benannt nach Elementen der Frankfurter Landschaft wie dem Main und dem Stadtwald. Eine digitale Graffiti-Wand, der Metahuman Choir und eine durchdachte Wegführung zeigten, wie Layout, Textur, Farbe und sogar Geruch ein Event prägen können.

Schon vor dem Start ging’s los

Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung trafen sich VeranstaltungsplanerInnen aus dem Associations- und Corporate-Bereich bereits zu eigenen Formaten. Association Focus, organisiert in Zusammenarbeit mit ASAE und gesponsert vom Amsterdam Convention Bureau, und Exclusively Corporate, gesponsert von der Messe Frankfurt, boten spezialisierte Weiterbildung und Networking.

Das Place Leaders Forum – früher Policy Forum genannt und für dieses Jahr neu entwickelt – zog über 130 TeilnehmerInnen aus mehr als 60 Destinationen und Venues an. Die Veranstaltung fand im Marriott Frankfurt Hotel statt und verzeichnete die stärkste Teilnahme seit Bestehen. Gemeinsam mit politischen EntscheidungsträgerInnen aus Angola, São Paulo, Reykjavik, Israel, Mexiko und Mosambik diskutierten die TeilnehmerInnen darüber, wie Business Events Städte und Regionen voranbringen können.

Geschäfte, die sich lohnen

Neben den Diskussionen über die Zukunft der Branche ging es während der Messe aber natürlich auch um das, was die IMEX seit jeher ausmacht: konkrete Geschäftsanbahnungen. Für viele Aussteller zahlte sich die Reise nach Frankfurt richtig aus. Dr. Supawan Teerarat vom Thailand Convention and Exhibition Bureau berichtete von mehreren großen Events, die während der Messe gesichert werden konnten: die International Conference on Family Planning mit 5.000 Delegierten in Pattaya im Jahr 2027, ein medizinischer Kongress mit 1.000 Teilnehmenden im Jahr 2029, ein Corporate Meeting für ein Internetunternehmen mit 1.000 Personen im Jahr 2028 sowie eine Konferenz aus dem Digitalsektor mit 6.000 TeilnehmerInnen.

Auch Natalie Tenzer-Silva aus Mosambik, zum ersten Mal auf der IMEX vertreten, zeigte sich zufrieden. Es habe viele vielversprechende Anfragen gegeben, darunter eine von einer portugiesischen Agentur für ein Incentive mit 90 Personen aus dem Pharmasektor. Die Interessentin sei bestens vorbereitet gewesen, sodass man direkt in die Detailplanung einsteigen konnte.

Das Wichtigste bleibt

Bei der Abschlusspressekonferenz zog Carina Bauer Bilanz: „Jenseits aller Zahlen bleiben die Menschen und die Energie dieser Gemeinschaft das Herzstück der IMEX. Auch wenn Künstliche Intelligenz ein großes Thema war, erleben persönliche Treffen derzeit eine Renaissance. Ihr Wert liegt mehr denn je in vertrauensvollen Gesprächen von Mensch zu Mensch, bei denen Ideen entstehen und positive Entwicklungen angestoßen werden – sei es in Form von Geschäften, Freundschaften, neuen beruflichen Chancen oder Innovationen für die gesamte Branche.“ Und brachte damit auf den Punkt, was sich während der gesamten Messe beobachten ließ: Der persönliche Austausch bleibt der eigentliche Motor der MICE-Industrie.

Die nächste IMEX Frankfurt findet vom 11. bis 13. Mai 2027 statt.

Johanna Palmu

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