BDKV: Maßnahmen gegen den Ticketschwarzmarkt

Donnerstag, 18.01.2024
Der Verband gibt Tipps, wie sich Veranstalter gegen die Abzocke der dubiosen Wiederverkaufsplattformen wehren können.

Mit Konzerttickets lässt sich eine Menge Geld verdienen, leider auch mit dubiosen Methoden; Foto: gilaxia/iStockphoto

Wie viel kostet ein Konzertticket? Das hängt von den KünstlerInnenn und den Veranstaltern ab – und auch davon, über welche Plattform die KundInnen ihre Eintrittskarte beziehen. Für transparente Ticketpreise setzt sich schon seit Jahren der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V. (BDKV) ein – und ergreift immer wieder Maßnahmen gegen unautorisierte Online-Wiederverkaufsstellen, die durch völlig überzogene Preise auffallen.

Überteuerte Tickets bei seatwave, viagogo oder getyourticket

Die Online-Marktplätze wie etwa seatwave, viagogo oder getyourticket vertreiben die Tickets durchschnittlich 250 Prozent über ihrem tatsächlichen Nennwert, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des BDKV. Der dadurch erzielte Umsatz liege weltweit bei etwa zwölf Milliarden Euro pro Jahr. Zudem seien auch immer wieder gefälschte Tickets im Angebot der Wiederverkaufsstellen zu finden.

„Fans, die auf diese dubiosen Angebote hereinfallen, zahlen nicht nur ein Vielfaches des Nominalpreises, sondern werden im schlimmsten Fall am Einlass abgewiesen und reisen somit vergeblich zur Veranstaltung an. Der berechtigte Ärger richtet sich dann an die unbeteiligten Veranstaltenden beziehungsweise die KünstlerInnen, die jedoch zumeist kaum eine Handhabe gegen die Abzocke haben”, so Johannes Ulbricht, Justiziar des BDKV.

Klagen des BDKV nicht ausgeschlossen

Um den Anbietern Einhalt zu gebieten, seien gezielte juristische Maßnahmen des BDKV vonnöten. Ein erster Schritt sei dabei meist die Abmahnung nach Wettbewerbsrecht. Zeige dies keine Wirkung, würde jeweils eine Klage gegen die betreffenden Unternehmen geprüft. „Im Fall von getyourticket beobachten wir aktuell genau, wie sich das Unternehmen verhält und schließen eine Klage nicht aus“, so Ulbricht weiter.

Einen Erfolg in dieser Richtung hat der BDKV bereits vorzuweisen: So wurde im Jahr 2020 die Wirksamkeit der so genannten „BDKV-Weiterverkaufsverbots-Klausel“ vom OLG Celle bestätigt der Ticketzweitmarkt-Plattform Ticketbande somit untersagt, entsprechende Tickets zum Verkauf anzubieten. Eine Klage von Ticketbande gegen diesen Beschluss hatte der Bundesgerichtshof noch im gleichen Jahr zurückgewiesen.

Tipps: Das kann man gegen Zweitverkäufer tun

Laut BDKV können Veranstaltungsbetriebe selbst einiges tun, um sich gegen die dubiosen Zweitverkäufer zur Wehr zu setzen: So biete eine Kooperation mit der europäischen Face-Value European Alliance for Ticketing (FEAT) beispielsweise mit der Kampagne MAKE TICKETS FAIR! die Möglichkeit, Events zu registrieren und etwa durch die Personalisierung von Tickets aktiv gegen kriminelle Einflussnahme zu schützen. Zudem seien umfassende Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen bei den Fans der KünstlerInnen vonnöten.

„Dadurch tragen wir effektiv dazu bei, den Tickethandel fair, transparent und letztlich im Sinne der vielen Menschen vor, auf und hinter den Konzertbühnen zu gestalten“, so BDKV-Geschäftsführer Johannes Everke.

Weitere hilfreiche Maßnahmen gegen Online-Weiterverkäufer hat der BDKV auf seiner Website zusammengestellt.